Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Erste Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16148/319/
zur elektromotorischen Wirkung des willkürlichen Tetanus. 319 
Zuletzt ist hier noch der Versuche Cima’s zu gedenken. Auch ihm 
stand nur ein GouRJorfscher Multiplicator von 3000 Windungen zu 
Gebote, Das Nadelpaar schlug 33" und ein GALVANi’sches Präparat 
brachte hei der von Nobili angegebenen Versuchsweise (S. oben Bd. I. 
S. 104) einen Ausschlag von 30° hervor. Der Multiplicator war also 
wohl viel weniger empfindlich, als mein Multiplicator für den Muskel¬ 
strom und hätte nur unter den günstigsten Bedingungen eine Spur von 
Wirkung beim willkürlichen Tetanus zeigen können. 
Cima fing an, nach meiner Angabe mit Platinenden in Kochsalz¬ 
lösung zu arbeiten. Aber durch theoretische Betrachtungen geleitet, 
deren Ergebnifs nicht zur näheren Kenntnifsnahme einladet, ersetzte er 
auch in vielen Versuchen diese zuleitende Vorrichtung durch Gefäfse 
mit Quecksilber, worin einerseits verquickte Kupferplatten, andererseits 
die trockenen, manchmal auch die feuchten Finger getaucht wurden. 
Cima berichtet, dafs wenn er dreifsig Menschen einander die Hände 
reichen, und die beiden äufsersten die trockenen Finger in die Queck- 
silhergefäfse tauchen liefs, eine Säule aus acht halben Froschoberschen¬ 
keln durch diesen Kreis hindurch noch 20 — 25° Ausschlag hervor¬ 
gebracht habe. Den eigentlich beabsichtigten Versuchen liefs Cima sehr 
zweckmäfsig einige Studien über Hautströrae vorangehen. Er hat das 
Verdienst, zuerst darauf aufmerksam gemacht zu haben, wie unsicher 
das Verfahren sei, bei der säulenartigen Anordnung mehrerer Menschen 
zum Kreise, dieselben sich die Hände reichen zu lassen, indem das blofse 
Andrücken zweier befeuchteten inneren Handflächen gegeneinander be¬ 
reits Anlafs zu Strömen gebe (Vergl. oben S. 300). 
Zum Ziel gelangte übrigens Cima", wie sich bei seinen Hülfsmitteln 
von selbst versteht, trotz aller Mühe so wenig als seine Vorgänger. 
Als nur eine Person in der von mir angegebenen Art den Versuch an¬ 
stellte, wobei, nach Becquerel’s Vorgang, die Finger bis unterhalb 
des Spiegels der Flüssigkeit mit einer Fettschicht bekleidet waren, blieb 
die Nadel ganz unbewegt. Bei säulenartiger Anordnung mehrerer Men- 
scientifica in Roma. No. 14. p. 112’)- Zantedeschi aber nahm Marchiandi sehr übel, 
dafs er PecciNOTTi und Pacinotti die Priorität zugeschrieben habe, da sie vielmehr 
ihm und Fario, wegen ihrer gleichfalls oben Ablh. I. S. 239 erwähnten Versuche, 
gebühre. Es gewährt ein gewisses Interesse zu beobachten, wie Zantedeschi, der 
offenbar ursprünglich nicht daran gedacht hatte, erst durch Marchiandi’s Beginnen 
darauf aufmerksam wird, dafs sich auf jene Versuche allenfalls eine Reclamation 
gründen lasse; wie er mir sodann anfangs noch eine Stelle neben sich in der Ge¬ 
schichte dieser Entdeckung einräumt; zuletzt aber sich ein Herz fafst und nur noch 
allein von seinen Versuchen und von seinen Ergebnissen spricht. (Annali di Fisica. 
1849 —1850. p. 157;*— Corrispondenza scientifica in Roma. No. 16. p. 125;* — 
Annali di Fisica 1849 — 1850. p. 359. 392. 394,*)
        

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