Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Erste Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16148/313/
zur elektromotorischen Wirkung des willkürlichen Tetanus. 313 
denn auch dies findet sich nicht gesagt, dafs das Eintauchen der Fin¬ 
ger hei erschlafften Armen die Nadel in Ruhe liefs, mag Hunt wirklich 
den Strom durch die Zusamraenziehung beobachtet haben. Anstatt nun 
aber die Empfindlichkeit des Multiplicators zu erhöhen, verläfst Hunt 
den richtigen Weg und wendet sich der fehlerhaften durch Despretz 
eingeführten Versuchsweise zu, die darin besteht, die metallischen Mul- 
tiplicatorenden unmittelbar mit den Händen zu berühren. Drückte er 
die eine Platinplatte des Multiplicators mit den Fingern, während die 
andere nur entweder leise berührt wurde oder durch die Salzlösung 
mit der anderen Hand in Verbindung stand, so erfolgten Ausschläge bis 
zu 30°, deren Gröfse anfänglich mit der Stärke des Druckes im geraden 
Verhältnifs stand, endlich aber, unter scheinbar unveränderten Umstän¬ 
den, verschwindend ward. Hunt stellt sich vor, dafs diese Ausschläge 
dem Strome der zusammengezogenen Muskeln zuzuschreiben seien und 
dafs sie deshalb aufhörten, weil die Muskeln ermüdeten. Auch er glaubt 
sich übrigens, gleich Despretz (S. oben S. 310), überzeugt zu haben, 
dafs verschiedene Temperatur der Kochsalzlösung keine merkliche Wir¬ 
kungen nach sich zog. 1 
Alb. Mousson in Zürich scheint auch keine richtige Kenntnifs von . 
meiner Versuchsweise gehabt zu haben. Die seinige schildert er folgen- 
dermafsen: »Die Enden eines empfindlichen Galvanometers werden mit 
»Platinstreifen versehen und in zwei Schalen mit Salzwasser getaucht. 
»Fafst man zugleich jeden der Streifen mit einer Hand, so zeigt sich, 
»dadurch allein, noch keinerlei Wirkung, wird aber der eine Arm 
»krampfhaft angespannt, so geht von dieser Seite ein Strom durch das 
»Galvanometer, der die Nadel oft um 30 und 40° abzulenken vermag.« 
Mousson beobachtete also, wie es scheint, einen absteigenden Strom 
im angespannten Arm, ohne dafs ihm dieser Widerspruch mit dem von 
mir angekündigten Erfolge weiter auffiel. Mousson fand aber ferner, 
dafs bei säulenartiger Anordnung von zwei oder mehreren Personen, 
die sich die Hände gaben, der Strom schwächer ausfiel, als bei nur 
einer; sodann, dafs eine wesentliche Bedingung der von ihm beobach¬ 
teten Wirkung in dem mit den Fingern auf die Zuleitungsplatten aus¬ 
geübten Druck liege. Wurden die Armmuskeln angespannt, ohne dafs 
zugleich ein Druck auf die Elektroden stattfand, so blieb der Strom 
1 The Athenaeum. No. 1128. June 9, 1849. p. 597;* — Mechanic’s Magazine, 
etc. vol. L. p. 565.* — Die Herausgeber des Philosophical Magazine sagen in 
einer Anmerkung zur Uebersetzung meines Schreibens an v. Humboldt (S. oben 
S. 309), dafs in England die Wiederholung des Versuches geglückt sei. Dasselbe 
theilte mir der Uebersetzer, Herr Lettsom, unter dem 26. Juni 1849 brieflich mit. 
Ich weifs nicht, oh sich diese Angaben auf Hunt’s Versuche, oder auf andere beziehen.
        

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