Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Erste Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16148/261/
und der UngleichzeiligTceitssträme der menschlichen Haut. 261 
zu denen die Benetzung zweier Hautstellen mit ungleichartigen Flüssig¬ 
keiten Anlafs geben mufs. Bei der Erforschung wenigstens des oben 
5. 248 geschilderten Kreises von Erscheinungen an Metallen, der mit 
dem hier in Rede stehenden an der Haut so grofse formelle Aehnlich- 
keit hat, leistet diese Versuchsweise wichtige Dienste. 
6. Von der durch das Ausdehnen der Haut bewirkten elektro¬ 
motorischen Ungleichartigkeit derselben. 
Was die elektromotorischen Wirkungen der unverletzten Haut be¬ 
trifft, so bleibt mir nur noch übrig, eine Erscheinung zu beschreiben, 
die zwar ganz vereinzelt dasteht, die aber wegen ihrer bedeutenden 
Gröfse, ihrer vollkomranen Beständigkeit und der praktischen Wichtig¬ 
keit, die sie demnächst für uns erhalten wird, wohl geeignet ist, die 
Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. 
Es ist bereits oben S. 220 auf diese Erscheinung hingewiesen wor¬ 
den, als verlangt wurde, dafs sich die beiden Hände hei den Versuchen 
mit denselben hinsichtlich der Beugung und Streckung der Finger in 
einerlei Zustand befinden sollten. In diesem Falle gelingt es leicht, wie 
ebendaselbst gesagt worden ist, die Hände nahe völlig gleichartig mit¬ 
einander werden zu sehen. Es bleibt zuletzt der Eigenstrom zurück, 
und bei dauernder Schliefsung wird derselbe durch die Ladungen, die 
er auf den Platinenden entwickelt, bald völlig verdeckt. Wird aber 
jetzt die eine Hand, wenn auch nur ganz leise, zur Faust geballt, so 
sieht man plötzlich einen sehr starken Strom entstehen, der die Nadel 
an die Hemmung des Multiplicators für den Nervenstrom wirft, indem 
er die zur Faust geballte Hand als positiv anzeigt gegen die andere. 
Die Wirkung hält, jedoch mit abnehmender Stärke, so lange an, als 
die Hand zur Faust geballt bleibt. Oeffnet man die Hand, so fliegt die 
Nadel sofort an die entgegengesetzte Hemmung, und zeigt so die La¬ 
dungen an, die der erste Strom entwickelt hat. 
Man kann den Versuch auf mancherlei Art abändern. Z. B. man 
taucht eine Hand im geballten, die andere iin gewöhnlichen Zustande 
ein; die erstere verhält sich positiv gegen die letztere. Oder man taucht 
beide Hände im geballten Zustande ein, und wartet so das Gleichgewicht 
der Nadel ab. Oeffnet man jetzt die eine Faust, so entsteht ein Aus¬ 
schlag, der die geöffnete Faust als negativ anzeigt gegen die andere. 
Schliefst man sie wieder, so werden Ladungen frei u. s. w. Hat man 
anfänglich die Hände nur mit geringer Kraft geballt, und ballt nun die 
eine Faust heftiger, so erscheint die letztere Faust positiv gegen die 
erstere. Man kann auch, anstatt die Hände zur Faust zu machen, einen
        

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