Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Erste Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16148/237/
der menschlichen Haut in Kochsalzlösung. 
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ende zusammenhängt, während der Fufs in das mit dem anderen Mul- 
tiplicatorende verbundene Fufsgefäfs eingetaucht ist. Daher die oben 
gegebene Vorschrift in Bezug auf die Handhabung des Bausches bei der 
Erforschung des elektromotorischen Verhaltens von Sohle und Fufsrücken. 
Endlich sei noch gesagt, dafs sich die Hand negativ verhält gegen 
das Knie, welches sich, wenn auch mit einiger Unbequemlichkeit, in 
stark gebeugtem Zustande in das eine Fufsgefäfs tauchen läfst. So ver¬ 
hält sich auch der Fufs negativ gegen den Elbogen. Knie und Fufs 
sind nicht zusammen in dieser Weise geprüft worden. 
Bei den Versuchen an Fufs und Hand giebt sich deutlich ein Ein- 
flufs auf die Stärke des ersten Ausschlages zu erkennen von Seiten der 
Reihenfolge des Eintauchens (Vergl. oben S. 22i). Herrscht z. B. der 
im Bein absteigende Strom zwischen Hand und Fufs, so ist der erste 
Ausschlag heftiger, wenn die Hand zuletzt, als wenn der Fufs zuletzt 
eingetaucht wird. Das umgekehrte ist der Fall, wenn der Strom im 
Bein aufsteigt. Bei den übrigen Anordnungen habe ich den Einflufs 
der Reihenfolge des Eintauchens noch nicht sorgfältig genug erforscht, 
um mit Sicherheit darüber urtheilen zu können. 
(n) Erörterung der vorigen Versuche. 
Diese Ergebnisse scheinen mit der Ansicht, von der wir oben S. 223 
ausgegangen sind, beim ersten Anblick im besten Einklang zu stehen: 
dafs es uns nämlich gelungen sei, in dem aufsteigenden Strom des Unter¬ 
armes wirklich den Muskelstrom am Menschen selber nachzuweisen. 
Wir haben nunmehr ähnliche Ströme auch am Oberarm, dem ganzen 
Arm, dem Unterschenkel und dem ganzen Bein entdeckt; Ströme von 
beständiger, meist aufsteigender Richtung, beständiger Kraft, und auch 
an und für sich von angemessener Stärke, wie man sie wohl von den 
beträchtlichen Muskelmassen des menschlichen Körpers im Vergleich zu 
denen des Frosches erwarten kann. 
Ein Umstand zwar, der einigen Anstofs erregen könnte, ist der 
der schwankenden Richtung des Stromes zwischen Hand und Fufs. 
Dieser Strom würde der Unterschied sein des aufsteigenden Stromes im 
Arme und desjenigen im Beine. Indessen haben wir am Frosch in Er¬ 
fahrung gebracht, dafs die parelektronomische Schicht an den Muskeln 
eines und desselben Thieres sich nicht nur zu verschiedenen Zeiten, son¬ 
dern auch zu einer und derselben Zeit auf sehr verschiedenen Stufen 
der Ausbildung befinden kann. Von der verschiedenen Ausbildung der 
parelektronomischen Schicht also an den Muskeln des Armes und des 
Beines kann man die Ueberlegenheit des Stromes bald der ersteren, 
bald der letzteren Gliedmafse füglich ableiten.
        

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