Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Erste Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16148/232/
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3. Abschn. Kap. VIII. §. IV. 5 (i). Beständige Ströme 
so fliegt die Nadel an die Hemmung, indem sie die Handsohle als ne¬ 
gativ anzeigt gegen den Handrücken. Es ist dabei für die Richtung 
des Stromes gleichgültig, ob man die Lösung zuerst mit der Sohle oder 
mit dem Rücken berührt. Die Wirkung ist beständig, d. h. sie hält 
abgesehen von der Schwächung durch die Polarisation so lange an, als 
man Lust hat sie zu beobachten. 
Sie ist übrigens so entschieden, dafs man sie auch leicht und un¬ 
zweifelhaft mittelst der Bäusche nachweisen kann. Man wendet dazu 
die oben S. 222 beschriebene Vorrichtung an, indem man die beiden 
Hälften derselben einander gegenüberstellt, die eine Hand mit ihrer einen 
Fläche auf den einen Bausch, und den anderen Bausch auf die andere 
Fläche derselben Hand legt. Stets geht der Strom in der Hand von 
der Handsohle zum Handrücken. Diese Erscheinung habe ich nicht allein 
an mir selber, sondern auch an meinem Freunde, Herrn G. Kirchhoff 
beobachtet. Ich habe denselben Versuch an den oben S. 211. 212. 226 
bereits erwähnten Leichenhänden angestellt. An der ersten Hand zeigte 
sich der Strom nicht; wenn eine Spur da war, hatte sie die umgekehrte 
Richtung von dem Strom am Lebenden. An der zweiten Hand, die 
einer viel älteren Leiche angehörte, fand ich dagegen den Strom in der 
richtigen Richtung und in ziemlicher Stärke vor. Es ist beraerkens- 
werth, dafs die erste Hand auch die Ungleichzeitigkeitsströme vermissen 
liefs, die zweite hingegen sie zeigte. 
Man kann den fraglichen Versuch noch dahin abändern, dafs man 
auf der einen Seite die ganze Hand eintaucht, auf der anderen nur die 
Oberfläche der Kochsalzlösung mit dem Handrücken oder mit der Hand¬ 
sohle berührt. Die ganze Hand verhält sich negativ gegen den Hand¬ 
rücken, positiv gegen die Handsohle. Oder man kann auch beide Hände 
ganz eintauchen, nachdem man die Sohle der einen mit Klebäther be¬ 
strichen hat. Diese verhält sich positiv gegen die andere, jedoch schwä¬ 
cher, als wenn man wirklich nur den Handrücken eintaucht. Es scheint 
danach, dafs die dünne Schicht Klebäther doch nicht vollkommen isolirt 
oder nicht vollkommen zusammenhängend herzustellen ist. 
Nicht blos der Handrücken ist positiv gegen die Handsohle. Mit¬ 
telst der Bäusche findet man, dafs auch die verschiedenen Punkte des 
Unterarms sich positiv dawider verhalten. Taucht man in das eine 
Handgefäfs den Elbogen des einen Armes, und berührt man die Ober¬ 
fläche der Kochsalzlösung in dem anderen Handgefäfs mit der Handsohle 
des anderen Armes, so entsteht, unabhängig von der Reihenfolge des 
Eintauchens, ein überaus starker Strom in der Richtung von der Hand¬ 
sohle zum Elbogen im Körper, der also aufsteigend im Unterarm ist. 
Der Versuch läfst sich zur Noth auch mit Elbogen und Handsohle des
        

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