Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über thierische Elektricität, Zweiter Band, Zweite Abtheilung (Erste Lieferung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16148/17/
der Hautoberfläche des Frosches. J7 
(Cyp.rinus Tinea), dem Hecht (Esox lucius), und dem Barsch (Perca 
fluviatilis). 
Dies macht wahrscheinlich, dafs die elektromotorische Wirksam¬ 
keit der Haut in Verbindung stehe mit der den nackten Amphibien 
eigenthümlichen Hautabsonderung, welche ja bei der Kröte gleichfalls 
besonders ausgebildet ist. Legt man der äufseren Hautfläche des 
Frosches oder der Kröte ein Stück rothes Lackmuspapier an, so findet 
man es nach einiger Zeit gebläut vor.1 Legt man aber auf eine harte 
Unterlage ein Stück Froschhaut, gleichviel von welcher Stelle, auch z. B. 
vom Bauch, mit der Aufsenfläche nach oben, darüber ein Stück blaues 
Lackmuspapier, endlich ein Stück starkes Spiegelglas, und prefst das 
Ganze heftig zusammen, so sieht man durch das Glas auf dem Lackmus¬ 
papier einzelne rothe Flecke entstehen, augenscheinlich von dem aus 
den Hautdrüsen ausgeprefsten Milchsaft herrührend. Dieser Saft reagirt 
also sauer. Bei der Kröte und dem Salamander bedarf es, um dasselbe 
wahrzunehmen, gar nicht erst dieses Kunstgriffes. Hier quillt der 
Milchsaft sogleich in hinreichender Menge, um die Untersuchung anzu¬ 
stellen, aus jedem Einschnitt in die Ohrdrüse hervor.’ 
Zwischen der oben mit Hülfe der Wasserbäusche bestimmten ver¬ 
gleichweisen Wirksamkeit verschiedener Stellen der Froschhaut und 
der Vertheilung des Drüsenreichthums in der Haut läfst sich zwar keine 
Beziehung erkennen. Walzt man aber ein Stück Froschhaut zwischen 
Löschpapier unter heftigem Druck aus, so dafs man die Hautdrüsen¬ 
bälge möglichst von ihrem Inhalt entleert, so zeigt das Hautstück bei 
der ungleichzeitigen Berührung mit den Salzbäuschen die Ströme nur 
1 Die innere Seite reagirt natürlich gleichfalls und zwar noch deutlicher alka¬ 
lisch von der sie benetzenden Lymphe. 
a Leroux hat bereits angegeben, dafs das Krötengift sauer sei. (Journal de 
Médecine, t. XL. (1817?) p. 75. [In Tieoemann’s Physiologie des Menschen. Bd. I. 
Darmstadt 1830. S. 440’]). — Ich weifs daher wirklich nicht, was ich zu John 
Davy’s Behauptung sagen soll, der im September 1825 auf Corfu von dem Milch¬ 
säfte der Kröte ausdrücklich schrieb: »It is neither acid nor alkaline, judging from 
its not changing the colour of litmus and turmeric paper.* Philosophical Trans¬ 
actions etc. For the Year 1826. P. II. p. 127.* — Ich ergreife diese Gelegenheit, 
diejenigen, die sich mit Froschversuchen abgeben, vor den Wirkungen der in Rede 
stehenden Absonderung auf das Auge zu warnen. Es ist mir im Laufe meiner 
Untersuchungen dreimal begegnet, dafs mir, beim Durchschneiden einer drüsen¬ 
reichen Hautgegend mit der Scheere, ein Tröpfchen jener Flüssigkeit in’s Auge 
spritzte. Es entstanden sofort alle Zeichen einer lebhaften Entzündung der Binde¬ 
haut, und erst nach mehreren Stunden endete der Zufall mit der Abstofsung einer 
zusammenhängenden Schicht Epithelium. Es ist demnach rathsam, bei jedem Schnitt 
oder Stich durch die Froschhaut die Augen zu schliefsen oder das Gesicht abge¬ 
wendet zu halten. 
II. 2. 
2
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.