Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Compensation der physischen Kräfte am menschlichen Stimmorgan: Mit Bemerkungen über die Stimme der Säugethiere, Vögel und Amphibien
Person:
Müller, Johannes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16146/19/
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XVI. Versuch. Bruststimme bei seitlich zusammengedrückten 
Stimmbändern. 
XVII. Versuch. 
Spannung. 
Wassersäule 
des 
Manometers. 
Töne. 
0 
. 2" 
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. 4" 6"' 
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. 12" 
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. 3" 
C » 
. 9" 
8 » 
. 14" 
C » 
Hieraus geht hervor, dass zur Erhöhung des Grundtons der 
wenig gespannten Bänder um einen ganzen Ton je nach den Um¬ 
ständen in vielen Fällen eine Erhöhung des Luftdrucks von 1—2 
Centim. Wassersäule oder selbst weniger oder mehr erforderlich 
ist. Das stattfindende Verhältniss schreitet dann so ziemlich gleich- 
mässig fort. Nur bei den höchsten durch verstärktes Blasen her¬ 
vorgebrachten Tönen wird zum Steigen um einen ganzen Ton ein 
grösseres Steigen der Tension nöthig. 
Zur Erhebung des Grundtons der Bänder hei gleicher schwa¬ 
cher Spannung auf die nächste Octave gehörte in Versuch II. und 
III. die Erhebung des Drucks auf das Sfache, in Versuch III. die 
Erhebung des Drucks auf das 6'fache, in Versuch V. auf das 7 fache, 
in Versuch VI. auf das 5^füche, in Versuch X., XI. auf das 5fache, 
in XV. auf das ä^fache. Man kann daher annehmen, dass, wenn bei 
gleicher schwacher Spannung der Stimmbänder der Ton durch stär¬ 
keres Blasen um eine ganze Octave erhöht werden soll, dazu die 
Verstärkung des Drucks der Luft um das 5, 6—8 fache erfordert 
wird. Zur Erhöhung des Tons um eine Quarte bis Quinte war 
die Verstärkung des Luftdrucks auf das Doppelte bis Dreifache 
nöthig. Sind die Bänder stärker gespannt, wie in Versuch VII. 
durch 10j Loth, so ist nicht bloss ein stärkerer Druck zum lei¬ 
sesten Anspruch nöthig, sondern die Erhöhung des Tons erfor¬ 
dert auch viel mehr als bei schwächerer Spannung, indem im 
VII. Versuch z. B. für Erhöhung um einen ganzen Ton die Ver¬ 
stärkung des Drucks um 2 Centimeter Quecksilberstand oder 
2X13,6 Wasserstand des Manometers erfordert wurde. Daher 
wird ein verhältnissmässiger, viel grösserer Unterschied zum Fort- 
sclireiten nöthig. Dasselbe geschieht bei sehr starker Annähe¬ 
rung der Bänder von den Seiten durch die Schenkel einer Pin¬ 
cette. In diesem Fall musste z. B., um den Grundton der Bänder
        

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