Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Specielles zur Methode richtiger und falscher Fälle, in Anwendung auf die Gewichtsversuche
Person:
Fechner, Gustav Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15961/5/
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Nachwiegen controlirtèn Belastungsgewichte hatten nach ihrer verschiede- 
nen Schwere auch verschiedene Grösse. Da nun die Gefässe weit genug 
sein mussten, dass auch die grössten darin Platz hatten, waren die kleinen 
und selbst grössere nicht vor Verschiebung heim Heben der Gefässe ge¬ 
sichert. Ich setzte voraus, dass der Druck doch immer mit der ganzen 
Schwere des Gefässes auf dieselben Puncte der die Bügel umfassenden Hand 
fallen müsse, also kein Nachtheil aus einer etwaigen Verschiebung der 
Gewichte in den Gefässen hervorgehen könne, unterliess aber bei derMenge 
sonst zu untersuchender und nach einander untersuchter Nebenumstände, 
welche von Einfluss bei dem Verfahren sein können, diess zum Gegenstände 
besonderer Untersuchung zu machen. Diese Vernachlässigung hat sich 
schwer gerächt. Denn als ich endlich doch der Sicherheit halber die Unter¬ 
suchung darauf richtete, indem ich absichtlich vergleichungsweise Versuche 
mit in der Mitte und ganz seitlich im Gefässe fixirten Belastungsgewichten an¬ 
stellte, zeigte sieb, dass vermöge zwar nicht anderer Grösse, aber anderer 
Vertheilungsweise des Druckes die Erfolge beidesfalls ganz entschieden ver¬ 
schieden ausfallen, das Gefäss nämlich am schwersten erscheint, wenn das 
Gewicht die Mitte des Gefässes einnimmt, und dass der Unterschied sogar 
nicht unbeträchtlich ist, wenn man extreme Lagen in dieser Hinsicht ver¬ 
gleicht. Nun konnten allerdings bei meinen Versuchen nur viel geringere, 
und nach Wahrscheinlichkeit durch die grosse Menge Versuche sich in der 
Hauptsache compensirende Verrückungen stattgefunden haben, was sich 
auch theils durch die Uebereinstimmung der einzelnen grösseren Fractionen 
in den gewonnenen Zahlen, theils dadurch bestätigt ha*r dass die späteren 
Versuche mit der vollkommeneren Einrichtung wesentlich zu ganz denselben 
Resultaten geführt haben ; indess machten mir jene früheren Versuche keine 
Freude mehr, und die Schärfe und bindende Kraft derselben war, wenn 
nicht im Ganzen, aber in den Einzelbestimmungen, zu preeär geworden, um 
nicht die Mühe einer Wiederaufnahme derselben mit einem neuen Apparate 
der Beruhigung bei den bisherigen vorzuziehen. 
Alle Versuche, auf die ich mich folgends zu beziehen haben 
werde, sind nach dem zweiten Verfahren (S. 94) unter sehr 
gleichförmigen Umständen ausgefithrt, welche ich hier als Nor¬ 
malumstände oder Normalverhältnisse beschreibe, Ne- 
benpuncte dabei übergehend, die ich in den »Massmethoden« 
nachzutragen mir Vorbehalte. Von diesen Normalverhältnissen 
wurde nur insofern abgewichen, als der Erfolg solcher Abände¬ 
rungen selbst zum Gegenstände der Untersuchung gemacht werden 
sollte. 
Die Gefässe bestanden nach der Einrichtung, bei der ich zu¬ 
letzt stehen blieb, nur in einer Art Gestellen, aus 4 verticalen, 
unten durch ein horizontales Kreuz verbundenen, Messingstäben, 
zwischen welche die, genau einpassenden rechteckigen, nur in 
Feclint-r, Ek-mi-iik- der Psychophysik. 7
        

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