Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Specielles zur Methode richtiger und falscher Fälle, in Anwendung auf die Gewichtsversuche
Person:
Fechner, Gustav Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15961/4/
96 
Rechte in wechselnden Versuchsabtheilungen angewandt wurden. 
Hiebei hat sich in jeder grösseren Versuchsreihe die Rechte etwas, 
doch wenig empfindlicher, als die Linke gezeigt ; das einhändige 
Verfahren aber überhaupt nicht unerheblich empfindlicher, als das 
zweihändige. Die constanten Einflüsse der Zeit- und Raumlage 
der Gefässe sind nach einhändigem, zweihändigem, linkshändi¬ 
gem, rechtshändigem Verfahren sehr verschieden. Es ist jedoch 
hier nicht am Orte, in die Specialitäten einzugehen, die mir dar¬ 
über zu Gebote stehen. 
Besondere Rücksichten erfoderte die Einrichtung der Ge¬ 
fässe, welche mit den eingelegten Belastungsgewichten zusammen 
das Hauptgewicht P geben ; und erst, nachdem ich viel Zeit durch 
Versuche mit unvollkommenen Einrichtungen verloren, bin ich bei 
der unten kurz zu beschreibenden Einrichtung mit einer dreh¬ 
baren Griffrolle und fixirten , mit den Gefässen so zu sagen einen 
zusammenhängenden festen Körper bildenden, Belastungsgewichten 
stehen geblieben, welche genügt hat. 
Vielleicht hat es einiges Interesse, wenn ich als ein Beispiel — und in 
der That ist es nur ein Beispiel — durch wie viel Kleinigkeiten man bei Ver¬ 
suchen dieser Art in Verlegenheit gesetzt und aufgehalten werden kann, zu¬ 
vor etwas von jenen unvollkommenen Einrichtungen erwähne. 
Anfangs wandte ich als Gefässe einfache hohle Holzcylinder an, die ich 
mit der Hand von oben umfasste. Aber bei schweren Hauptgewichten 
musste die Hand stark zusammengeknippen werden, damit die Gefässe nicht 
aus der Hand glitten, indess bei schwachen die Hand von selbst geneigt 
war, leise zuzugreifen. Auch Hess sich die Gleichförmigkeit der Fassung 
nicht wohl verbürgen. Dann Hess ich die Gefässe mit Messingbügeln ver¬ 
sehen, die sich um Stifte drehten, welche an den entgegengesetzten Enden 
eines Diameters des Gefässes angebracht waren, damit die Gefässe sich beim 
Heben von selbst nach der Schwere orientiren möchten. Aber diese Vor¬ 
richtung wurde bald schlottrig. Dann Hess ich die Bügel .fest annieten ; da 
sie aber, um die Gefässe nicht durch sich selbst zu schwer zu machen, von 
dünnem Messingblech waren, zogen sie sich, wenn ich zu grösseren Haupt¬ 
gewichten tibergieng und konnten nicht mehr für vergleichbar gelten. Nach¬ 
dem ich stärkere substituirt hatte, habe ich, nach Verwerfung aller frühe¬ 
ren Versuche, mit diesem Apparate fast ein Jahr lang sorgfältige und müh¬ 
same Versuche angestellt, und diese zuletzt alle ebenfalls, wenn auch nicht 
geradezu, verworfen, aber als der Wiederholung und Contrôle bedürftig erach¬ 
tet, die seitdem von mir so weit durchgeführt ist, dass alle jene früheren 
Versuche dadurch als überflüssig oder ihrerseits nur als zu einer beiläufigen 
Contrôle der Resultate der neueren dienlich gelten können ; auch ist im 
Folgenden ganz davon abstrahirt. Diess hieng an folgendem Umstande. Die 
früher von mir angewandten, aus dem Verkehre genommenen und nur durch
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.