Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einen eigenthümlichen Harn, der bald nach der Ausleerung schwarz wurde: Med. chirurg. Transact., Vol. 12, p. 37 ff.
Person:
Marcet, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15881/4/
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ein fchwarzer, zerfliefsender Niederfchlag. Anfangs 
entwickelte fich ungewöhnlich viel Ammonium, fpäter 
der Harngeruch. Eilen wurde nicht gefunden. Ver¬ 
dünnte Salpeterfäure bewirkte, bei Verduriftung bis zur 
Trocknifs, keine Nelkenfarbe, mithin fand fich keine 
merkliche Menge von Harnfäure. Alkohol hatte kei- 
nen oder einen höchft unmerklichen Einflufs auf den 
Färbel'toff. 
Hiernach entwickelt fich diefer entweder durch 
Zutritt eines alkalifchen Salzes oder eigenmächtige Ent- 
ftehung von Alkali im Harne, ift er aber einmal entban¬ 
den, fo wird er nicht durch NeutraJilalion, lelbft 
nicht durch Ueberfättigung des Alkali zerfrört. 
Ich kenne keinen Fall von fchwarzem Harn im 
gefunden Zultande; fahe ihn aber lelbft im Jahr 1802 
bei einem jungen Frauenzimmer, die an einer fehr un¬ 
gewöhnlichen Krankheit litt. Diefe beftand in tägli¬ 
chen Paroxysmen, die fowohl fieberhafter als hyfteri- 
fcher Natur waren und während derer der Harn die 
fchwarze Farbe annahm. Eben fo halte fie ein inter- 
mittirendes Hautleiden an verfchiedenen Stellen des 
Körpers, das in unregelmäfsigeri Anfällen eintrat und 
gewöhnlich dem fieberhaften Anfälle folgte, oder mit 
ihm abwechfelte. Im Allgemeinen fing dies mit Kitzel 
an. Schnell folgte darauf beträchtliche Anfchwellung 
in der Ausbreitung einiger Zolle, die einige Stunden 
lang anhielt, darauf trat eine fchwarze oder dunkle 
Purpurfarbe ein, die oft nach dem Aufhören der 
übrigen Zufälle einige Tage dauerte. Der Sitz variirte 
bedeutend, indem die Zehen, Schenkel, Hüften und 
das Gefleht nach und nach angegriffen wurden. 
Sie nahm einige Wochen lang China ohne Erfolg. 
Diefer wurde drei Wochen lang lälpeteriäures Silber 
zugefetzt und dadurch eine vollkommne Heilung be-
        

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