Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einen eigenthümlichen Harn, der bald nach der Ausleerung schwarz wurde: Med. chirurg. Transact., Vol. 12, p. 37 ff.
Person:
Marcet, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15881/3/
No. 3. wurde am Abend in meiner Anwefenheit 
gel affen. 
Am folgenden Morgen war No. x., je;z!; zwirl 
Tage alt, ganz fchwarz, rot h ammoniakalifch und 
war deutlich alkalifch. Nach fechs Wochen, ja feibft 
jetzt, nach heben Jahren, war mid iff: es ganz unverändert, 
indem die Farbe diefelbe, kein Eodcnfaiz, und diefelbe 
ammoniakalifch ftechende Kefchaffeiiheit, ohne deut¬ 
lichen Harngeruch vorhanden iii. 
No. 2. wurde in vier und zwanzig Stunden nicht 
merklich gefärbt und nicht alkalifch; in wenig Tarrea 
aber entftand eine Färbung wie von Maderawein und 
bald nachher wurde es faul, ohne weitere Farbenände¬ 
rung zu zeigen. 
No. 3. war eine Stunde nach der Ausleerung ganz 
farblos, roch aber U hr ammoniakalifch. Am folgen¬ 
den Tage war es fchwach gefärbt, in wenig Tagen 
aber röthlich, wie heller Rotlnvein. Einige Tropfen 
kohlenfaures Ammonium bewirkten einen weifsen, ge¬ 
pulverten Niederfchlag und die obenfchwimmende Fltif- 
figkcit wurde in zwei Stunden fo fchwarz wie No. 1. 
Koblenfaure Pottafche bewirkte eine ähnlic he Ver¬ 
änderung, und die Farbe verfchwancl nicht durch Ueber- 
fättigung des Harns mit Säure. 
Zufatz von Alkalien zu gewöhnlichem Harn bringt 
bekanntlich keine folche Veränderung der Farbe hervor. 
No. x. wurde wegen der ftärkften Entwicklung 
der angegebenen Verfchiedenheit ferner unterfucht. 
Das fpecififche Gewicht war 1022,2. Mineral- 
fäuren bewirkten Aufbraufen , leichte Trühnn«', aber 
keine FarbenVeränderung. Alaunaufiüfunp' hellte die 
Färbung auf und bewirkte einen Niederfchlag. Herr 
Wollaßon mittelte aus, dafs das Mikrofkop keine ro- 
then Kügelchen zeigte. Durch Verduuftung entftand 
M. d, Archiv. VlIL 3. LI
        

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