Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einen eigenthümlichen Harn, der bald nach der Ausleerung schwarz wurde: Med. chirurg. Transact., Vol. 12, p. 37 ff.
Person:
Marcet, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15881/2/
an deffen Oberfläche aber fleh bei ftarker Beleuchtung 
ein purpurfarbner Schimmer zeigte, wodurch die 
Flüffigkeit das An (eben einer ftarken Auflöi'ung von 
Liquiritienextract erhielt. Der Harn rührte von einem 
gefunden, fiebzehnMon.it alten Kinde her, von def¬ 
fen Vater ich folgende Nachrichten erhielt. 
Faft fogleich nach der Geburt bemerkte man, dafs 
der Harn die Windeln dunkelpurpurn färbte. Anfäng¬ 
lich fürchtete man deshalb eine bedeutende Krankheit, 
allein bald beruhigte man fich, da, ungeachtet die Be- 
fchaffenheit des Harns diefelbe blieb, die Gefundheit 
durchaus nicht litt, und es wurde daher keine Arznei 
weiter angewandt. 
Im neunten Monate, Wo der Harn leichter gefam- 
melt werden konnte, fand man, dafs er anfangs ganz 
heil war, fchnell aber eine dunkle Farbe annahm. 
Ungeachtet dies aber faft immer der Fall war, fo zeig¬ 
ten fich doch gradweife Verfchiedenheilen, und biswei¬ 
len trat die Veränderung gar nicht ein. Am l’tärkften 
war fie bei Verftopfung, weshalb oft kleine Gaben 
von Magnefia angewandt wurden. Einige erhebliche 
Zufälle beim ichweren Zahnen abgerechnet, blieb das 
Kind übrigens ganz gefund, Irn fiehzehnten Monate 
wares ftark, lebhaft und munter. Leider haben wir 
es feitdem, aller Bemühungen ungeachtet, ganz aus den 
Augen verloren. 
Ueber die chernifchen Eigenfchaften des Harns 
finde ich in meinem Tngebuche Folgendes. 
Ich hob drei Specimina auf, die zu verfchieder.en 
Zeiten in vier und zwanzig Stunden gelaffen wurden. 
No. I. war das von Herrn Babington erhaltene. 
No. 2. wurde am Morgen ganz farblos gelaffen, 
und war am Abend eben fo. 
No. 3.
        

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