Bauhaus-Universität Weimar

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Zu dem Punkte c endlich bemerken wir folgendes: 
Der Proteus geht, fo viel wir wißen, nie freiwillig 
ans Land, fondern lebt beftändig in den bekannten dun¬ 
keln Grotten bei Adelsberg, im Waffer und zwar 
mehr in der l iefe und auf dein Grunde als an der Ober¬ 
fläche. So genau mir auch die Naturgefchichte diefes 
Thieres bekannt ift, fo weil's ich doch von keinem 
Beobachter, dafs er daflelbe auf dem Lande gefeher* 
hätte. Rnscor.i in feinem trefflichen Werke über den 
Proteus fagt auch ausdrücklich, dafsderfelbe nicht aufser 
feinem Elemente leben kann. Wie foil ten auch diefa 
lichtfcheuen, nur mit unter der Oberhaut liegenden 
Augenrudimenten verfehenen Thierehen , deren Habi¬ 
tus dafür zu fprechen feheint, dafs fie, fo wie fie jetzt 
wenigftens find , ihr Leben hindurch ausfchliefslich dem 
Waffer angehören mtiffen 1 * ), ihre Nahrung auf dem 
Lande fueben können? Bei Verhielten mit dem Proteus, 
die der treffliche v. Schreibers, eines Theils befonders 
aus grofser Gütigkeit für mich, da mich von jeher dies 
fonderbare Thier fo fehr intereffirte, anftellte, zeigte 
fielt die aufserordentliche Schwierigkeit, daflelbe ganz 
allmählich an ein anderes Medium als das Waffer zu «e- 
D 
wohnen, und ein Proteus, der lieh in einem Gefäfse befand, 
aus welchem nach und nach faft alles Waffer entfernt war, 
hielt fielt ausfchliefslich, obgleich feine Kiemen ganz 
aufserordentlich klein geworden waren, zwifchen naf- 
fen hineingeleglen Badefcltwämmen und an dem Orte 
auf, der noch mit wenig Waffer bedeckt war 3). Fer¬ 
ner fand ich ein ft einen Proteus, den ich früher le¬ 
bend befafs, nachdem er etwa vor einer halben Stunde 
aus einem mit Waffer angefüllten Becken gefprungen 
l) Man vergleiche hierzu meine Bemerkungen in Okeris Ifis 
IS21. Heft V. Litt. Anz. p. 262, 
s) Fr. Snrtori Naturwunder des Oeiterrcichifchen Kaiferthumt. 
Wien. Ed. v p. 6o. (igop, g.)
        

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