Bauhaus-Universität Weimar

Uebrigens ift die Beobachtung nicht ganz unge¬ 
wöhnlich, dafs Weiber während des Stillens bei 
Abwelenheit ihrer Katameniert fchwanger werden ; 
ich wenigitens habe diefelbe zu machen nicht ganz 
feiten Gelegenheit gehabt. Auch find mir zwei Falle 
bekannt, wo noch nicht menftruirte Mädchen, die eine 
noch nicht volle vierzehn, die andere nicht ganz 
fünfzehn Jahre alt, fchwanger geworden find. 
Zu den faft eben fo feltenen Erfcheinungen, als die 
jft, dafs Weiber, ohne den monatlichen Elutflufs zu 
haben, fchwanger werden, gehört auch unftreitig die, 
dafs Weiber in fehr hohem Aller noch menft-ruiren, 
oder zu menftruiren wieder anfanuen. Uebriaens ift 
es möglich, dafs beiderlei Fälle doch häufiger Vorkom¬ 
men mögen, als man gemeinhin glaubt, indem fie ge,- 
wifs nicht alle und immer zur Kenntnifs der Aerzte 
gelangen werden. Indefs kennen wir von Erfcheinung 
der Katamenien in felir hohem Alter kaum einige Fälle 
mehr, als vom Schwangerwerden ohne dielelben. In 
A. von Haller's grofsem phyfiologifehen Werke, find 
einige folcher Beobachtungen verzeichnet *). Dann hat 
Duverney im Jahre 1708 der Akademie der Wiffenfchaf- 
ten zu Paris eine Beobachtung mitgetheilt, zufolge der 
fogar eine Frau von ein hundert und fechs Jah¬ 
ren die monatliche Reinigung gehabt hatte 2). Auch 
Herr Harles führt ein merkwürdiges Beifpiel diefer 
Art an, wo eine damals (1800) noch lebende Fraw 
i) Element. PFyfiol. LXXIIT. m. S. 2. 
•s) Die Elutfliiffe, tlieoretifch und praf.tifch dargeftellr, von 
J. Lordac, aus dem Franzöfifcheu von Wenäler iStl Can < 
S. Ids. '
        

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