Bauhaus-Universität Weimar

Die Gerinnung durch Weingeilt rührt von der 
Verwandtfchaft des letztem zum Aetznatron her. So 
erhält man das Eiweifs am reinften, und überzeugt 
fich durch die Wirkung der Reagentien, dafs es fich 
nicht vom Faferftoff unterfcheidet. Gay-Lüjfac und 
Thénard, fanden die Mifchung verfchieden, weil Ge 
die, durch das Natron im Eiweifs zurückgehaltene 
lvohlenfaure nicht beriickfichtigten. 
Die Wirkung der Säuren auf daS Eiweifs verhält 
fich eben fo, nur mufs man eine doppelte unterfchei- 
den : i) die Sättigung des Natron; 2) die Wirkung 
der Säure auf das Eiweifs. Die erfte erklärt die Fäl 
lung des Eiweifses durch die meiden Säuren; die zweite 
die Ausnahmen der Phosphor - und Effigfäure von die- 
fer Regel. Diefe löfen den Faferftoff auf oder ver¬ 
wandeln ihn wenigftens in Gallert, können ihn alfu 
nicht aus den alkalifchen Auflöfungen fällen. 
Der Umftand, dafs die Färbefubftanz fich im 
Waffer aufserordentlich vertheilt und durch das Fil- 
trum geht, hat viele Irrthiimer in die Unterfuchungen 
deffelben gebracht; indeffen zeigt das Mikrofkop leicht 
die Fragmente davon, und durch Ruhe fchlagen ficli diefe 
als ein dichter rother Bodenfatz nieder. Wegen der Fär¬ 
bung des Waffers ohne Trübung hielt man die Färbe¬ 
fubftanz für auflöslich, und unterwarf die rothe Fiüffig- 
keit Verfuchen, die keinen genügenden Erfolg hatten. 
Folgende Verfuche fcheinen uns die ficherften Re- 
fultate über ihre Natur zu geben. 
1) In einem offenen Tiegel verbrannt, giebt fie 
die von Berzelius befchriebenen Phänomene, und läfst 
eine anfehnJiche Menge rother Afche zurück, die nach 
der Natur des Blutes mehr oder weniger reich an Eilen- 
oxyd iff.
        

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