Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Physiologie der Gartenschnecke (Helix pomatia L.): Magendie Journal de Physiol., T. II, p. 295
Person:
Gaspard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15847/5/
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Daher ift das Halsband vor der Verfchliefsung fo 
voll und weii.s, gegen das Ende des Winters und wäh¬ 
rend deffelben dagegen mager und grau. Das Thier 
entwickelt diefen Kalkfaft nicht blofs aus feiner Pflan¬ 
zennahrung, fondern auch aus der Erde, die es in Menge 
geniefst. Deshalb können, wie oben bemerkt, der 
Nahrung beraubte Schnecken nur häutige Deckel an 
die Stelle der weggenommenen kalkigen bilden. 
§• 5- 
Die Urfache der Bildung des Deckels im Herbft 
ergiebt lieh aus folgenden Verfuchen. 
Im Oktober 1S18 wurde eine Schnecke, deren 
Deckelbildung ich durch nachher anzugebende Mittel 
verhindert hatte, einige Tage lang einer Kälte von 
I — 2° ausgefetzt. Vom Anfänge an zog fie lieh nur 
unvollkommen in die Schaale zurück und ftarb endlich. 
Zu derfelben Zeit erhielt ich in einem Gefäfse 
ungefähr einen Monat lang mehrere geltreifte kleine 
Schnecken, hei 2 , 3, 4, fei bit 50 K. Alle ftarben, 
einige ausgenommen, die fich einen häutigen Deckel 
hatten bilden können. 
Im Februar 1820 erhielt ich ein Säckchen mit ei¬ 
nigen hundert grofsen Schnecken, die eine Kälte von 
einigen Graden unter Null ausgeftanden hatten, und 
fand alle, wo der Deckel zerbrochen oder befchädigt 
war, todt, die übrigen lebend. 
Unftreitig bilden fie daher den Deckel als Schutz¬ 
mittel gegen die Kälte, wovon felbft ein geringer Grad 
fie tödtet, wenn fie ihr unmittelbar ausgefetzt find, 
während fie unter dem Deckel einen bedeutenden Grad 
davon vertragen können. Zwar bilden andere Schne¬ 
cken, die gleichfalls für die Kälte empfindlich find, 
keinen Deckel, allein diefe bewohnen tiefere und wär¬ 
mere Orte, indem die Kleinheit ihrer Schaale ihnen 
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