Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Physiologie der Gartenschnecke (Helix pomatia L.): Magendie Journal de Physiol., T. II, p. 295
Person:
Gaspard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15847/23/
265 
mit ftarkem Aufkäufen die Hülle auf und coagulirt das 
Ei weifs ohne Gasentwicklung. Die Temperatur be¬ 
wirkt bedeutende Verfchiedenheiten in ihrer Entwick¬ 
lung. Auf meinem Kamin, bei 200 beftändiger Wärme 
im Sommer, bei 28° am Tage und lo° in der Nacht 
gefchahe lie in ein und zwanzig, bei 120 in 38, bei 
6_erft in fünf und vierzig Tagen, gerade wie 
bei Frölchen. lrn Waffer, in feuchter, nicht erwärmter 
Luft, in Queckfilberdiinften, verderben fie. Wenige 
Tage vor dem Auskriechen werden fie hart, undurch¬ 
sichtig und weifs wie Kalk, erft zur Hälfte, dann 
dann in ihrem ganzen Umfange. Hierauf zernagt das 
Thier die Kalkhülle und kriecht mit einer i~ Win¬ 
dung bildenden Schaale aus. Die Fühlhörner find gebil¬ 
det, das Herz fchlägt. Selbft vor dem Auskriechen 
löft fich die Schaale mit Aufbraufen in Säuren auf. 
Zuerft frifst die Schnecke die Haut ihres Eies ganz 
auf, was ihr als Nahrung und als Verftärkungsmittel 
ihrer Schaale und zur Kalkabfonderung in ihrem Hals¬ 
bande dient. Zunächft nimmt fie Gartenerde zu fich. 
Erft nach einem Monat verläfst Ge das Neft, nimmt 
nur Pflanzen, vorzüglich ihre verfaulten Ueberrefle, 
zu fich, oft auch noch erdige Subftanzen. Im eri'ten 
Jahre wächft fie fchnell. ln welchem Alter die Zeu¬ 
gungsfähigkeit eintritt, weifs ich nicht. 
§■ 1 r. 
Das Blut ift nicht blofs in den Gefäfsen enthal¬ 
ten, fondern füllt auch, vorzüglich wenn das Thier 
wandert, die Bauchhöhle an, fo dafs Verdauungs-und 
Zeugungstheile darin fchwimmen, und es auf einen Ein- 
fchnitt hervorfpritzt. Liegt das Thier in der Schaale» 
fo ift das Blut nicht auf diefe Art ergoffen. Gewifs 
fehr merkwürdig und ganz eigenthümlich. Uebrigens 
ift das Blut ziemlich dick, fade von Geruch, fchwach
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.