Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur pathologischen Anatomie, aus einigen weniger gelesenen Zeitschriften
Person:
Heusinger, C. F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15834/20/
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als Rumpf und Extremitäten. Die. Leber, von fchü- 
ner gelber Farbe, nimmt zwei Drittheile der geöffne¬ 
ten Bauchhöhle ein, und cler wunderbar gewundene 
Darm nur ein Drittheil. 
Nach genauer Zergliederung des rechten Eier- 
ftocks fchritt ich zur Unterfuchung des linken, wel¬ 
cher viel breiter als der rechte war, und deffen 
Geftalt ich mit nichts beffer, als mit dem Kopfe 
eines Eichhörnchens vergleichen kann. Ich präpa- 
rirte zuerft die äufsere Haut ab, welche ich für 
eine Fortfetzung des Bauchfells hielt, und fchnitt 
dann mit dem Meffer in den erhabenften Theil def- 
felhen ein, nicht, wie in dem erften, einen Em¬ 
bryo vermuthend, aber zu meiner grofsen Ueberra- 
lchung und Verwunderung fchnitt ich durch die 
Rückenwirbel und Rippen eines Fötus. Nachdem ich 
vorlichlig den Eierftock geöffnet hatte, zeigte fich ein 
acht Zoll langer Fötus mit feinen Fiifsen, Schenkeln, 
Händen, Armen, lvopf und Rumpf vollkommen 
gebildet, und es fehlte nichts als die Eingeweide 
des Unterleibes, um ihn in alien feinen Theilen voll¬ 
kommen zu machen. Es ift lehr auffallend, dafs der 
Nabelftrang in diefem Fötus, anftatt von dem Unter¬ 
leibe zum Mutterkcchen zu gehen, von dem anus ab¬ 
ging. Diefer Mutterkuchen war lehr verlchieden von 
dem erftern, indem er viel kleiner und fefter war, 
und ein gefunderes Anfehen hatte. Diefes ift vielleicht 
der Grund, weswegen der zweite Fötus gröfser als 
der erftere ift. In dem erftern konnte ich nicht da¬ 
hinter kommen, ob er männlichen oder weiblichen 
Gefchlechts war, aber ;n dem zweiten waren die männ¬ 
lichen Gefchlechtstheile lehr deutlich. An der innern 
Fläche eines jeden krankhaften Eierftocks wurden drei 
Bläschen oder Eier von verfchiedener Gröfse gefun¬ 
den. Das Weib, in welchem Obiges gefunden wurde,
        

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