Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die geographische Verbreitung der Wirbelthiere: Aus dem Journal de Physique, T. 94, p. 19
Person:
Desmoulins
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15811/1/
fchiedenheiten, dagegen habe ich mich clrrcli die TJn- 
terfuchung mehrerer Gattungen, deren Thiere ich fahe, 
überzeugt, dafs die Schale der weiblichen immer, vor¬ 
züglich in der letzten Windung, viel gewölbter ift- wo¬ 
durch die Mündung rechterleits weiter wird. Ferner 
ift die Spindel weniger fchlank und ftumpfer als bei den 
Männchen. Dies ift vorzüglich bei Buccinum Cycio- 
ftoma, Paludina, Atnpuilaria deutlich. Die letztem 
weichen in der That, wie ich mich durch die Anato¬ 
mie überzeugt habe, fo wenig von einander ab, dafs 
man fie kaum als eine eigne Gattung aufftelien kann. 
Nach dem Vorigen dürften die Conchyiiologen bei 
der Aufhellung von Arten auf die angegebenen Verfehle- 
denheiten Rücklicht zu nehmen haben. 
VIII. 
Desmoulins über die geograpbifclie Ver¬ 
breitung der Wirbelthiere. (Aus dem 
Journ. de Phylîque. T. 94. p. 19.) 
Wäre die Krümmung der Erde gleichförmig und ihre 
Oberfläche überall von derfelben Befchaffenheit, fo 
wären die Gefetze der Wärmevertheilung auf ihrer 
Oberfläche und in ihrem Innern ohne Zweifel fehr ein¬ 
fach. Zonen von einer regelmäfsig abnehmenden 
Wärme würden parallel auf einander vom Aequator zu 
den Polen folgen. Nähme man nun an, dafs alle 
Thiere zugleich und an demfelben Orte, namentlich 
unter dem Aequator, gefchaffen wären, fo würden die 
verfchiedenen Arten unftreitig nach dem Verhältnifs 
zwifchen dielen Gefetzen und ihrem Temperament ver¬ 
theilt feyn. Man miifste dalier von der Zeit ihrer Ver-
        

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