Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bemerkungen über den Zusammenhang des Nahrungs- und Geschlechtstriebes, mit einigen körperlichen und psychischen Erscheinungen bei Thieren und dem Menschen
Person:
Jaeger, G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15769/3/
Ziehungen merkwürdig, die ich hier nur kurz berühren 
werde, da ich manche derfelben von Treviranus im 
lecksten Bande feiner Biologie angeführt fand. 
Unter den in der Gattung Ardea bisher begriffe¬ 
nen Vögeln haben einige, z. B. der wildere und ge- 
fräfsigere Fifchreiher einen ganz weichen, dem der 
Kaubvögel ähnlichen Magen; andere, wie der Kronen¬ 
kranich, kommen dagegen in ihrer Lebensweife, fo wie 
in der ßefchaffenheit des Magens völlig mit den körner- 
[reffenden Vögeln überein. Der Magen des Storchs 
bezeichnet feiner äufsern Form nach eine Uebergangs- 
ftufe zwifchen beiden, und er fcheint fowohl blofs thie- 
rifcher als blofs vegetabilil'cher Nahrung lieh bequemen 
zu können, nur fcheint in letzterem Falle, wie bei 
Vielen andern auf blofs vegetahilifches Futter befchränk- 
ten Vögeln das Bedürfnifs einzutreten, durch das frei¬ 
willige Verfchlucken von Steinchen die Verdauung zu 
erleichtern. Wenn gleich aus Spallanzani's Verl’uchen 
hervorgeht, dafs diele Steinchen auch den hühnerarti¬ 
gen Vögeln bei blofs vegetabilil'cher Nahrung nicht 
durchaus nothwendig zur Verdauung lind, fo erweift 
doch die obige Erfahrung, fo wie die Beobachtung 
Hunter's 1 ), dafs Vögel mit Muskelmagen, wenn fie 
an Fleifch gewöhnt werden , keine Steinchen mehr ver- 
fchlucken, hinlänglich, dafs die Fähigkeit diefer Thiere 
fielt an diele oder jene Nahrung ausfchliefsljch ohne 
merklichen Nachtheil zu gewöhnen, abhängig ift von 
der Organifation derfelben und dem ihr zu Hülfe kom- 
inenden Inftincte. In Rücklicht auf jene ift bekannt, 
dafs die Länge des Darmkanals bei vielen Pfianzenfref- 
fenden Thieren verhältriifsmäfsig bedeutender ift, und 
dafs die verfchiedene Weite des Darmkanals, die Zulam- 
t) Uebev die tbierifche Oekonomie, iibeif. von Scheller, p. 536, 
Note.
        

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