Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beschreibung zweier, durch sehr ähnliche Bildungsabweichungen entstellter Geschwister
Person:
Meckel, Fr.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15764/49/
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fse refera merkwürdig. In clemerften fanden fich'bei einem 
neugebornen Kinde zwei grofse öefchwiilfte am Hinter¬ 
haupte. Die gröfsere hatte 3] Zoll im llurchmeffer, war 
voll einer durchfichtigen FlüiSgkeit, und hing oben an 
der Mitte des Hinterhauptbeines, unten frei auf Hals 
und Schalter. Die zweite laghöher und rechterfèits, 
war nur durch eine Hautfalte von ihr getrennt, hatte 
die Gröfse eines. Hühnereies, und frhien eirre.'fehtoma- 
töfe Malfe zu enthalten. 
Zwifchen beiden und dem Innern des Schädels 
fchien kein Znfammenhang Statt zu finden, indeffen er¬ 
gab es fick, dais die zweite eimStiick-Gehirn enthielt 
das aus einer fechs Linien haltenden,, runden, glatten 
Oeffnung im Hinterhauptsbeine hervordrang. 
Dieles Stück Gehirn, eine Unze ün Gewicht 
wurde weggefchnitten, und das Kind ltarb am'folgen¬ 
den Tage. 
Bei der Unterfuchung fand fich, dafs der.Beutel 
welchen die gröfsere Gefchwulft bildete, in zwefgleich 
grofse Behälter getheiit war, die nicht communicirtert, 
fondern durch eine fenkrechte,, .aus mehrern Schichten 
von, Zellgewebe gebildete Wand getrennt waren, dage¬ 
gen hing der rechte von beiden Behältern mit einem lee¬ 
ren Raume im Innern des, die kleine Gefchwulft bilden¬ 
der} Hirntheiles zufammen. 
Eine zweite, für die vorgeträgrie Anhcht fpreehende 
Thatfache, welche die befchriebenen Mifsgeburten*dar¬ 
bieten, ift der Umftand, dafs in beiden Fällen der vor¬ 
liegende , den Bruch bildende Theil eine anfehhliche 
Oeffnung hatte, welche in das Innere dér‘Schädelhöhle 
führte. Dies, in Verbindung mit der Befchaffenheit 
der Knochen, deutet wohl offenbar auf Statt gefundene 
Zerreifsungen. 
Daljpn gehört auch die Bildung des vorliegenden 
Theiles aus mehrern, durch Ichwammiges lockeres GV- 
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