Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kymographien, Schreibhebel, Registrierspiegel, Prinzipien der Registrierung
Person:
Frank, O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15621/12/
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0. Frank, Ivymograpliien, Schreibhebel usw. 
ersteren Ubertragungsart wird durch den Signalgeber — Schlüssel, Hebel, 
Stimmgabel, Metronom usw. ■— eine Mareysche Senderkapsel in Bewegung 
versetzt und die Bewegung durch Lufttransmission auf eine Registrierkapsel 
übertragen. Bei der elektrischen Transmission wird allgemein durch den 
Signal- oder Zeitgeber ein Strom geschlossen und geöffnet und dadurch ein 
Markiermagnet in Funktion gesetzt. 
Beide Signalübertragungen — durch Luft — oder elektrische Trans¬ 
mission — besitzen eine Latenzzeit, die unter Umständen bestimmt werden 
muß. Sie wird dadurch festgestellt, daß man die Bewegung des Unterbrechers 
und die Bewegung des Markiermagneten gleichzeitig auf die Trommel auf¬ 
schreibt. Ganz ähnlich läßt sich die Latenz der Luftsignale bestimmen 
(vgl. Marey, Méth. graph. S. 478). Bei hämo dynamischen Versuchen spielt die 
Latenz wohl nie eine Rolle. (Vgl. Marey, Méth. graph. S. 475 u. Langen- 
dorffs Graph. S. 157.) 
A. Registriermagnete und Registrierkapseln. 
Zur Markierung der Zeitintervalle und anderer wichtiger Momente werden 
besondere Apparate benutzt. Am wenigsten Platz nehmen passend konstruierte 
Markiermagnete ein. (Nach Gscheidlen S. 111 ist das Prinzip der elektro¬ 
magnetischen Signale von dem Physiker Locke in „The A meric, journ. of 
science and arts Ser. II, Vol. VII, p. 206, 1849 zuerst angegeben worden.) 
Für die Konstruktion dieser Markiermagnete sind dieselben Prinzipien im 
Auge zu behalten, die in den nächsten Kapiteln und besonders in Kap. 4 
näher auseinander gesetzt werden. Danach muß der Hebel möglichst kurz 
sein. Ein kurzer Hebel kann um so unbedenklicher angewandt werden, als die 
Zeitmarken nur durch niedrige, höchstens 2—3 mm hohe Ordinaten dargestellt 
zu werden brauchen, also die Krümmung der Ordinaten keine Rolle spielt. 
Der Pfeil-Kroneckersche Magnet (abgebildet Langendorff Graphik S. 154 
Beruht auf dem Prinzip des Telephons“'?) ist nach dieser Richtung nicht 
zweckmäßig konstruiert. Ob die Feder-Kraft, die den Anker in die Ruhe¬ 
lage wieder zurückführt, durch eine an einem Ende eingeklemmte Feder oder 
an beiden Enden eingeklemmte Feder, Wie dies bei dem Pfeil-Kroneckerschen 
Magneten der Fall ist, geliefert wird, ist prinzipiell vollständig gleichgültig. 
Von den Schwingungsformen, in die die Feder gerät, kommt unter allen Um¬ 
ständen nur die eine, die Hauptschwingung, wesentlich in Betracht. Es hat 
also keinen Wert, die Konstruktion dem Telephon ganz oder teilweise nachzu¬ 
bilden. Durch die Kürze des Hebels wird wesentlich das geringe Trägheits¬ 
moment der Vorrichtung bedingt. Die Masse des Ankers kann so gering 
gehalten werden, daß sie gegenüber der (reduzierten) Masse des Hebels 
nicht in Betracht kommt. Wenn man die ganze Vorrichtung kompendiös 
halten will, so sind die Drahtspulen so klein als möglich zu gestalten. Durch 
Verringerung des magnetischen Widerstands der Spule, d. h. durch Ver¬ 
kürzung der Luftstrecken erzielt man eine starke,magnetische Wirkung und 
kann dann mit wenigen Windungen ausreichen. Der Schreibhebel läßt sich 
nach dem Prinzip der freien Hebel (s. Kapitel 4) einrichten. Der Versuch 
einer Theorie der Markiermagnete findet sich in Marey, Méth. graphique 
S. 472.
        

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