Bauhaus-Universität Weimar

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Max Rubner, Kalorimetrie. 
Durch diese kurze Leitung, welche den Einstrom wie Abstrom mit den 
Schwefelsäure-Bimssteinkölbchen verbindet, wird eine Kondensation von 
Wasserdampf in der Zweigleitung, welche die allergrößten Fehler hervor- 
rufen könnte, gänzlich vermieden. 
Von dem Schwefelsäurekölbchen gelangt die Luft in einer Glasröhren¬ 
leitung nach den Quecksilberpumpen, welche den Teilstrom absaugen, so¬ 
dann nach den mit nassen Bimssteinstücken gefüllten Fläschchen, welche als 
Befeuchtungsapparat dienen, von hier nach den Barytröhren zur Abgabe 
der Kohlensäure und nach den Gasuhren, in denen schließlich die Größe 
des zur Untersuchung benutzten Teilstromes gemessen wird. 
Hat der Apparat in allen seinen Teilen eine richtige Aufstellung ge¬ 
funden, so muß der kalorimetrische wie respiratorische Teil auf seine Ge¬ 
nauigkeit geprüft werden. Als die erste und wichtigste Aufgabe ist zunächst 
die Vergleichung der beiden Volu¬ 
meter zu bezeichnen. Die zuver¬ 
lässigste Methode ist die Beobach¬ 
tung der Schwankungen des Luft¬ 
drucks; denn die Schwankungen des 
Barometerdrucks sind in beiden 
Volumetern synchron. 
Hat man die Änderungen der 
Stellung des Volumeters bei einem 
blinden Versuch graphisch darstel¬ 
len lassen, so wird das Millimeter¬ 
papier von dem Zylinder abgenom¬ 
men und mittels eines Planimeters 
gemessen. Mit den gewonnenen 
Verhältniszahlen beider Volumeter, 
die als Mittelwerte von 20—30 ganz¬ 
tägigen Versuchen gewonnen sind, 
lassen sich die Angaben des Kor¬ 
rektionsvolumeters auf das Mantelraumvolumeter umrechnen. 
Das Kalorimeter kommt etwa nach Ablauf einer Stunde ins thermische 
Gleichgewicht. 
Die Empfindlichkeit des Instrumentes ist eine sehr weitgehende, es 
prägen sich alle Schwankungen einer Wärmequelle genauestens in den Dia¬ 
grammen aus. Um dies näher zu erläutern, sei die graphische Darstellung 
eines Verbrennungsversuches mit einer gewöhnlichen Talgkerze wiederge¬ 
geben; die Kurve (Fig. 24) zeigt uns alle Schwankungen der Wärmebildung, 
wie sie mit dem Länger- und Kürzerwerden des Dochtes verbunden zu sein 
pflegen, in einem IGstündigen Versuch aufs allergenaueste.' Wpnn ein Tier 
im Kalorimeter unruhig ist und Bewegungen ausführt, so lassen sich solche 
sofort an dem Gange der Volumeter erkennen. 
Zur Gewinnung von Werten nach absolutem Maße muß nun festgestellt 
werden, wie vielen Wärmeeinheiten 1° der Volumeter oder 1 qcm bei Flächen¬ 
messungen entspricht, 
Das Instrument muß, wie jedes der Kalorimeter, innerhalb der prak¬ 
tischen Verwendungsgrenzen geeicht werden. Eichungen mittels Verbrennung
        

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