Bauhaus-Universität Weimar

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Max Rubner, Kalorimetrie. 
auf dem das Gefäß zum Auffangen von Harn und Kot sich befand, wurde 
mit Ol gefüllt, damit etwaige Ausscheidungen des Tieres sofort vor Ver¬ 
dunstung geschützt wurden. 
Die Ventilation geschah durch eine Gasuhr, deren Trommelachse ange¬ 
trieben werden konnte, die Wasserbestimmung für kurzdauernde Versuche 
mittels Saussurschen Haarhygrometers im Ein- und Abstrom. Dies ist 
ein wohl brauchbares Verfahren, wenn man über exakte Instrumente verfügt. 
Das eine Kalorimeter diente dem Tiere zum Aufenthalt, das andere 
als Kontrolle für Temperatur und Barometerdruck. Derartige Instrumente 
haben für eine ganze Reihe von Untersuchungen praktische Verwendung ge¬ 
funden. 
Für absolute Messungen konnten die Kalorimeter durch ein in den Hohl¬ 
raum des Einen gebrachtes Metallschlangenrohr, das von warmem Wasser 
durchströmt wurde, geeicht werden. Bestimmt man Einfluß- und Ausflu߬ 
temperatur und Wassermenge, so ei’gibt sich daraus ohne weiteres die aufge- 
Fig. 21. 
wandte Kalorienmenge, welche mit den Ausschlägen der Volumeter zusammen 
betrachtet, den Eichungswert pro 1° Ausschlag berechnen läßt. Die blanke 
Messingoberfläche solcher Kalorimeter muß möglichst rein gehalten werden, 
damit die Konstante der Eichung sich nicht ändert. 
Ein Kalorimeter Rosenthals1) schließt sich in allen wesentlichen Teilen 
an jenes von D’Arsonval an, er verwendet ein Doppelkalorimeter, dessen 
Angabe auf ein Manometer übertragen wird. Die Eichung geschah mit 
Wasserstoff, wie in den älteren Versuchen von Hirn (s. d. S. 190). 
Haldane, White und Washburn2) haben eine Modifikation der Luft¬ 
kalorimeter angegeben, die von Interesse ist (Fig. 21). Zwei Instrumente, 
nach außen mit Filz bekleidet, befinden sich nebeneinander, ihre Mantelräume 
sind durch ein empfindliches Manometer (C) verbunden. In dem einen Kalori¬ 
meter befindet sich das Tier, im anderen eine Wasserstoffflamme, die stets 
so reguliert wird, daß das Manometer auf Kuli bleibt, dann ist soviel 
Wärme aus Wasserstoffverbrennung entstanden, als durch das Tier entwickelt 
wurde. 
1) Arch. f. Physiol. 1889. 
2) An improved form of Animal calorimeter. Journ. of Physiol. Vol. 16, p.123,1894.
        

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