Bauhaus-Universität Weimar

Die Bestimmung der Verbrennungswärmen. 
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brauch verschiedene Kohlensäuremengen bilden, d. h. verschiedene respira¬ 
torische Quotienten liefern. Eine solche Beobachtung des respiratorischen 
Quotienten ließe sich leicht aufteilen, wenn z. B. nur zwei Substanzen 
bestimmter Natur verbrennen. 
N. Zuntz hat in neuerer Zeit vorgeschlagen, aus dem N-umsatz den 
Sauerstoffbedarf und Kohlensäureanteil der Eiweißstoffe zu berechnen, um so 
statt eventuell dreier verschiedener Quotienten nur zwei, also eine berechen¬ 
bare, aufteilbare Mischung zweier Quotienten (Fett, Kohlehydrat) zu erhalten, 
(Resp. Q. für Fett 0,707, Kohlehydrat 1,00). 
Dabei muß aber die Voraussetzung gemacht werden: 
a) daß aus Kohlehydraten kein Fett gebildet wird, da hierbei respira¬ 
torische Quotienten über 1 tatsächlich Vorkommen; 
b) daß keine Glykogenbildung aus Eiweiß (oder Fett) vorhanden ist, 
weil dabei Quotienten von unter 0,7 möglich sind; 
c) daß der in der Zeiteinheit ausgeschiedene N wirklich dem N-umsatz 
von Eiweiß entspricht, was zwar für Tagesperioden, nicht aber immer für 
kurze Perioden (Stunden) oder Teile einer solchen zutrifft. 
Da wir bei kurz dauernden Versuchen von 20 bis 30 Minuten mit den 
Möglichkeiten verschiedener intermediärer Stoffwechselvorgänge zu rechnen 
haben, ist die bisweilen in der Literatur vorkommende Übertreibung des 
Wertes solcher kurzdauernder Versuche für Stoffwechsel- und Wärmeberech¬ 
nungen nicht immer am Platze. 
Die Versuche müßten zum mindesten die Nahrungszufuhr genau fest¬ 
stellen, ebenso auch die N-Bilanz auf Grund der Bestimmung von Harn und 
Kot, und berücksichtigen, welche N-Nahrung (Eiweiß oder anderes Material 
z. B. Fleisch) vorliegt, was meist ganz vernachlässigt wird. 
Was die gebräuchlichen Zahlenwerte anlangt, so wird für „Eiweiß“ der 
respiratorische Quotient 0,809, und für 1 g dieser Substanz als Korrektur, 
die von dem Gesamtsauerstoffverbrauch und der Kohlensäureausscheidung 
abzuziehen ist, um den Quotienten für Fett und Kohlehydrat zu finden, für 
Sauerstoff 966,1 cc, für Kohlensäure 781,7 cc.1) angegeben. 
Als kalorisches Äquivalent gilt pro 1 Lit. Sauerstoff für 
Eiweiß 4,600 Kgbal. 
Fett 4,686 „ 
Kohlehydrat 5,047 „ 
Von einer exakten Berechnung des Energieverbrauchs aus den Respirations¬ 
produkten, welche etwa den kalorimetrischen Versuch ersetzen könnte, kann 
allgemein wohl nicht die Rede sein. 
1) Statt der komplizierten Berechnungen, kann man für gemischte Kost, 
die zumeist in Betracht kommen dürfte, wobei 1 g N-Substanz (Eiweiß) = 4,1 kgkal. 
entspricht, wie folgt die Ableitung machen. Da der kalorische Wert des 
Sauerstoffs auf rund 3,2 angenommen werden kann, so ist für 1 g Eiwei߬ 
substanz ÜÄ 1,281g O nötig = 896 cc; der Quotient bleibt bei reiner Eiweißkost auf 
0,79, also für C02 708 cc. Diese Werte sind merklich kleiner als die gewöhnlich be¬ 
rechneten.
        

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