Bauhaus-Universität Weimar

Einleitung. 
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gebracht worden sind, so wird der betreffende Quotient einzig und allein von 
Fett und Kohlehydraten beeinflußt. Beim Fett ist er 0.707, bei den Kohle¬ 
hydraten 1.000. Da 11 Sauerstoff 1.431g wiegt, entsprechen 11 verbrauchtem 
Sauerstoff bei Fett etwa 4.693 Kal. und bei Kohlehydraten 5.051 Kal. Solange 
es sich also nur um die genannten Stoffe handelt, ist der Brennwert pro 11 Sauer¬ 
stoff bei einem RQ von 0.707 gleich 4.693 und bei einem von 1.000 5.051 Kal. 
Das Anwachsen des respiratorischen Quotienten von 0.707 auf 1.000, d. h. 
um 0.293, erhöht also den Wärmewert pro 11. verbrauchten Sauerstoffes um 
0.358 Kal. Auf einen Zuwachs des Quotienten um 0.01 entfällt eine Erhöhung 
des Wärmewertes pro 1 Sauerstoff um 0.358/29.3 — 0.0122 Kal. (Zuntz 9, S. 96). 
In Versuchen, wo außerdem noch die Abgabe von Wasser sowohl in 
den festen und flüssigen als in den gasförmigen Exkreten bestimmt wurde, 
berechnen Benedict und Milner (6, S. 71) die Versuchsresultate folgender¬ 
maßen. 
Die elementare Zusammensetzung der Körpersubstanzen ist in °/0 durch- 
schnittlich 
N 
C 
H 
O 
Asche 
Eiweiß . . . . . . 
16.67 
52.80 
7.00 
22.00 
1.53 
Fett....... 
— 
76.10 
11.80 
12.10 
— 
Kohlehydrate (Stärke) 
— 
44.40 
6.20 
49.40 
— 
Wasser...... 
— 
— 
11.19 
88.81 
— 
Mit Vernachlässigung der Asche lassen sich aus diesen Daten folgende 
Gleichungen aufstellen, in denen E, F, K und W die vorhandenen Mengen 
von bezw. Eiweiß, Fett, Kohlehydraten und Wasser — alles in g — bezeichnen: 
0.1667 E = N 
0.4440 K + 0.7610 F -ff 0.5280 E = C 
0.1119 W -ff 0.0620K -ff 0.1180F + 0.0700E = H 
0.8881 W -ff 0.4940 K -ff 0.1210 F -ff 0.2200 E = O 
Aus diesen Gleichungen erhält man folgende Gleichungen für die ein¬ 
zelnen Nahrungsstoffe: 
Eiweiß = 6.0 N 
Fett = 0.005 C -ff 9.693 H - 1.221 O — 2.476 N 
Kohlehydrate = 2.243 C —16.613 H -ff 2.093 O — 2.892 N 
Wasser = —1.248 C -ff 7.920 H + 0.128 O -ff 0.460 N 
In einem Hungerversuche (7 S. 38) wurden am ersten Tage vom Körper abgegeben 
11.84g N, 191.57g C, 279.75g H und 2703.57g 0 ; aufgenommen wurden 629.42g 0 und der 
Verlust des Körpers an 0 betrug also 2074.15 g. 
Wenn diese Zahlen in den obigen Formeln eingesetzt werden, finden wir, daß an 
diesem Tage 71.04g Eiweiß, 150.72g Fett, 89.16g Kohlehydrate (Glykogen) im Körper 
umgesetzt worden sind und außerdem noch 2247.48g Wasser von den Körperflüssig¬ 
keiten (kein Oxydationsprodukt) abgegeben worden sind. 
Es kommen aber, wie selbstverständlich, Fälle vor, wo ein Ansatz von 
Eiweiß, Fett oder Kohlehydraten im Körper erfolgt ist. Ein Eiweißansatz 
geht aus der N-Bilanz hervor und es begegnet also keinen Schwierigkeiten, 
den entsprechenden C und O im Gaswechsel zu berechnen. Wenn das 
Nahrungsfett als solches oder Kohlehydrate als Glykogen angesetzt werden,
        

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