Bauhaus-Universität Weimar

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R. Tigerstedt, Respirationsapparate. 
wird sie auf einer auf 10 g genauen Dezimalwage gewogen und nun aus 
einer Sauerstoffbombe Sauerstoff eingeleitet. Das verdrängte Wasser wird 
in das etwa 150 1 fassende Blecbgefäß B gedrückt. Wenn die Flasche ziem¬ 
lich mit Sauerstoff gefüllt ist, wird die Verbindung zur Bombe geschlossen 
und durch passende Einstellung des Gefäßes B der Druck in der Flasche 
annähernd auf den atmosphärischen ausgeglichen Der genaue Ausgleich 
wird dann unter Kontrolle des Manometers bewirkt, das man aber erst 
dann öffnen darf, wenn der Druck fast ausgeglichen ist. Ist der Druck in 
der Flasche dem atmosphärischen genau gleich, so sperrt man auch die 
Verbindung zum Wassergefäß ab und liest das Thermobarometer ab. Dann 
wägt man die Flasche wieder und berechnet aus diesen Daten unter Be¬ 
rücksichtigung notwendiger Thermometerkorrekturen die 'Menge des in die 
Flasche hineingebrachten Sauerstoffes. Das Gefäß B wird dann in die Höhe 
gezogen, die Ableitung der Flasche A mit der Waschflasche in der Wanne 
verbunden und so der Sauerstoff unter leicht regulierbarem Druck in den 
Apparat hineingeleitet. Am Schluß des Versuches wird die Verbindung 
zur Waschflasche abgeklemmt, durch Herablassen des Gefäßes B der Druck 
mit dem atmosphärischen ausgeglichen usw. So erhält man den Wert für 
den noch in der Flasche gebliebenen Sauerstoff und daraus ohne weiteres 
den verbrauchten. 
Die Absorption der Kohlensäure geschieht bei dem neuesten Modell des 
Apparates in einem Topf1 aus laugefestem Gußeisen, in den der Luftstrom 
von unten eintritt, um ihn oben wieder zu verlassen. In diesem Gefäße 
wird durch eine kleine von demselben Motor wie der Ventilator betriebene 
ßeinnickelpumpe ein Springbrunnen von starker Kalilauge erzeugt, der dann 
über Keinnickelsiebe herabtropft, so daß die Luft an diesem feinen Kegen 
von Lauge vorbeistreichen muß. Durch einen Hahn am Boden dieses 
Topfes kann die Lauge zu jeder Zeit während des Versuches ganz oder 
teilweise abgelassen und analysiert werden, was also ermöglicht, den Ver¬ 
such in mehrere Teile zu zerlegen. 
8. Der Apparat von Krogh (1906). Bei diesem Apparat (77) sind 
alle Dimensionen möglichst klein, und zwar beträgt das Volumen der Respi¬ 
rationskammer nur etwa 159 ccm und das der übrigen Teile des Apparates, 
etwa 195 ccm. 
Fig. 26 gibt diesen Apparat schematisch wieder. Es wird hier nur 
elektrolytisch dargestellter reiner (Sauerstoff an Stelle des verbrauchten be¬ 
nutzt, und zwar wird die Elektrolyse ununterbrochen fortgesetzt, man möge 
nun experimentieren oder nicht; nie wurde der Sauerstoff zu Versuchen ge¬ 
braucht, bevor wenigstens 36 Stunden nach dem Wiederfüllen mit Wasser 
verflossen waren. Die Sauerstoffzufuhr zu dem Respirationsapparate findet 
durch die Röhre 02 statt, und zwar ist der Druck derart reguliert, daß er 
konstant 15 bis 20 cm Wasser höher ist als der Druck der Atmosphäre. 
Die Bewegung der Luft im Systeme wird durch eine Pumpe eigenar¬ 
tiger Konstruktion1) unterhalten; die Luft wird nach dem Vorgang von 
H Der Pumpenkolben besteht aus einer Röhre aus vernickeltem Eisen, die an 
richtiger Stelle durch vier permanente Magnete gehalten wird. Die Magnete werden 
mittels eines Exzenters nach oben und unten bewegt und dabei muß der Kolben folgen. 
Eine Klappe aus Aluminiumblech zwingt die Luft in der richtigen Richtung zu strömen.
        

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