Bauhaus-Universität Weimar

Respirationskammer mit ununterbrochenem Luftwechsel. 97 
Stellung für den Unterkörper reservierte Teil so knapp wie möglich ge¬ 
halten ist. 
Die Kammertüre A wird von oben nach unten geöffnet, und trägt auf 
ihrer Innenfläche zwei Schienen, über welche die Rollen des Bettes laufen, 
wenn bettlägerige Patienten in die Kammer gebracht werden sollen. 
Zur Ventilation der Kammer dient ein durch eine Wasserturbine 
bewegter Blasebalg, der die Luft aus dem Apparate durch D aspiriert. Die 
entweichende Luft wird durch reine Luft ersetzt, welche direkt aus dem 
Freien entnommen wird. 
Die ausströmende Luft wird durch eine Grasuhr gemessen; gleichzeitig 
wird von derselben ein aliquoter Teil zur Analyse genommen. Dies geschieht 
dadurch, daß eine durch zweckmäßige Übersetzung von der Achse' der 
Gasuhr getriebene Pipette allmählich herabsinkt und dabei Luft in ein mit dem 
Ausströmungsrohre verbundenes Sammelgefäß ansaugt — also im Grunde 
eine Einrichtung, die mit den von Zuntz angewandten wesentlich überem- 
stimmt, wie auch das Thermobarometer von Zuntz bei diesem Apparat auf¬ 
genommen ist (vgl. unten S. 121). 
Die Luftproben, und außerdem noch nach Ende des Versuches die 
Kammerluft, werden mittels des Apparates von Petterson an Kohlensäure 
und Sauerstoff analysiert. Das geringe Volumen der Respirationskammer 
gestattet nämlich den Sauerstoffverbrauch mit genügender Exaktheit zu 
bestimmen, wie aus den vier Kontrollversuchen mit Verbrennung von Alkohol 
hervorgeht, wo der Fehler nur 0.5 bis 3.2, im Mittel etwa 1.8 °/0 betrug. 
Mit diesem Apparate wurden Versuche von 12 bis zu 13 Stunden Dauer 
ausgeführt, 
7. Der Apparat von Grafe (1910). Der Inhalt derRespirationskainmer 
beträgt 26351. Die Grundfläche ist ein Rechteck, Kopf- und Fußseiten sind 
0.9m lang, die Längsseiten 2m. Der Kopfteil des Kastens ist 1.7m hoch. 
Diese Höhe behält der Kasten aber nur auf eine Strecke von lm bei, von 
da ist er nach dem Fußende abgeschrägt, so daß dieses nur 0.75m hoch ist. 
Das Gerüst des Kastens besteht aus Holzbrettern; innen ist er mit Blech 
ausgeschlagen und mit Ölfarbe angestrichen (51). 
Der Kasten steht mit der Unterfläche seiner Seitenwände in einer mit 
Paraffinöl gefüllten Blechrinne. Das Öffnen des Kastens geschieht durch 
Heben des Fußendes usw. Durch ein Gegengewicht ist der _ Kasten m 
jeder Lage ungefähr ausbalanciert, so daß es nur eines geringen Überdruckes 
zum Heben und Senken bedarf. 
Zur Ventilation des Kastens wird die Luft des gut ventilierten Zimmers 
benutzt, welche im Sommer, um Sättigung mit Wasserdampf zu verhindern, 
durch ein U-förmiges Rohr mit Chlorkalzium oder Schwefelsäure passieren 
muß. 
Die Ventilation geschieht mittels einer Gasuhr und die Probeentnahme 
erfolgt in der von Jaquet benutzten Weise. 
Die Gasanalyse findet mittels des Apparates von Petterson statt. 
Zur Wasserbestimmung werden durch vier kleine Gasuhren, die mit der 
Achse der großen Gasuhr verbunden sind, von dem Einstrom und dem Aus¬ 
strom je 2 Teilströme abgesaugt, durch Bimsstein und Schwefelsäure geleitet 
und das darin absorbierte Wasser durch Wägen bestimmt. 
. Tigerstedt, Handb. d. phys. Methodik I, 3. 
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