Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anwendung der physikalisch-chemischen Methoden in der Physiologie
Person:
Asher, Leon
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15617/61/
Bestimmung- der Leitfähigkeit der Elektrolyte. 
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mente vorhanden. Es hängt die im Experimente an tierischen Flüssigkeiten 
gefundene Leitfähigkeit also von folgenden Faktoren ah: 1. Von der Kon¬ 
zentration an dissoziierten Elektrolyten, welche ihrerseits wiederum von den 
gleichzeitig vorhandenenen anderen Elektrolyten abhängt; 2. von der Kon¬ 
zentration der Nichtelektrolyten; 3. von dem Gehalt an korpuslculären 
Elementen; 4. von {1er Temperatur. Hat man aus anderweitigen Erfahrungen 
die Berechtigung, eine Änderung von den unter 2—4 aufgezählten Faktoren 
auszuschließen, so liefert die Bestimmung der Leitfähigkeit Aufschluß über 
den Gehalt der betreffenden Flüssigkeit an Elektrolyten. Da unter diesen 
Elektrolyten die anorganischen meist allein die für die Stromleitung in Be¬ 
tracht kommenden sind, die organischen aber vernachlässigt werden dürfen, 
gibt die Bestimmung der Leitfähigkeit, namentlich bei vergleichenden Unter¬ 
suchungen, Auskunft über die Veränderungen des Gehalts an anorganischen 
Elektrolyten. Die Rücksichtnahme auf die soeben auseinandergesetzte Ein¬ 
schränkung ist nicht außer acht zu lassen. 
Korrektionen für die Leitfähigkeit: Der wahre Wert, den die 
Leitfähigkeit haben würde, wenn keine Nichtelektrolyten vorhanden wären, 
läßt sich in einigen Fällen ermitteln. Für das Eiweiß des Blutserums haben 
Bugarszky und Tangl gefunden, daß je 1 g Eiweiß in 100 cm3 des Blut¬ 
serums die elektrische Leitfähigkeit um 2,5 °/0 vermindern. Es ist demnach 
für Serum die korrigierte Leitfähigkeit 
_ 100—2,5 p 
wo 2 die beobachtete Leitfähigkeit des Serums, p der Eiweißgehalt in 100 cm 
in Grammen ist. 
Für Lösungen, welche korpuskulare, suspendierte Elemente enthalten, 
hat Oker-Blom Formeln angegeben, um die Leitfähigkeit der Lösung zu 
ermitteln. Wenn 2 die Leitfähigkeit der Lösung und X die des Präparates 
bei gleichmäßiger Verteilung des suspendierten Körpers darstellen, sowie 1 
die Volumenprozente der Lösung und u die des nicht leitenden Körpers be¬ 
deutet, so ist 
X 
3 
/I 
-f- K ) oder einfacher X — X 
1 
Y1 -I- 2 u 
K 
73 T “ 13 
wo K und K' Konstanten sind, die sowohl positive, als auch negative Werte 
haben können und von der Form des suspendierten Körpers abhängen. 
Es ist 
K 
2—21 
u 1 2 
K' 
L 
ix 
Bestimmung der Blutkörperchenvolumina, beziehentlich des 
Serumvolum im Blute. 
Der Einfluß von suspendierten Partikeln kommt zur Geltung beim Blute. 
Es läßt sich unter Berücksichtigung des Einflusses der Blutkörperchen auf 
die Leitfähigkeit des Blutes eine rechnerische Beziehung zwischen den Leit¬ 
fähigkeiten von Blut und Serum und den Volumina des Serums oder der 
Blutkörperchen ableiten. Die Formel von Stewart hierfür lautet:
        

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