Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anwendung der physikalisch-chemischen Methoden in der Physiologie
Person:
Asher, Leon
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15617/10/
122 Leon Asher, Die Anwendung der phys.-chem. Methoden in der Physiologie. 
stoffen: saures Hämatin, alkalisches Hämatin, Serumpigment, Eiweißpigment. 
In geringem Umfange gehen Azid- und Alkalialbuminat, Karamel, Biliverdin und 
Dextrin durch das Filter. Durchlässig ist dasselbe für Protoalbumose, Heteroal- 
bumose, Deuteroalbumose, Urochrom und Kristalloide. Die Methode liefert aber, 
wie Waymouth Reid durch eine sorgfältige Kritik zeigte, hinsichtlich der 
Kristalloide keine quantitativ brauchbaren Resultate. Bei Filtration v"on 
Serum — dem wichtigsten Fall — ist das Filtrat durchaus nieht die ur¬ 
sprüngliche Flüssigkeit minus Eiweiß, sondern der Rückstand enthält noch 
eine Reihe von Substanzen, wie folgende Tabelle zeigt. 
Beispiel: Filtration von Serum. 
!gr. per Liter 
Ursprüngl. Serum 
Flüssigkeit im 
Filterbehälter 
Filtrat 
A° 
— 0.570°ö 
A° — 0.595 
A° — 0.525 
Organische feste Bestandteile •. 
87.60 
112.18 
1.48 
Eiweiß.......... 
82.54 
103.99 
0.00 
Nicht Eiweiß org. Bestandteile . 
5.06 
8.19 
0.78 
Asche .......... 
9.42 
10.20 
8.85 
Die Nichtberücksichtigung dieser Tatsachen hat zu Irrtümern in einigen 
für die Physiologie wichtigen physikalisch-clemischen Messungen geführt. 
Es ist ferner zu beachten, daß nicht allein jede einzelne in tierischen Flüssig¬ 
keiten vorkommende Substanz auf ihre quantitative Filtrierbarkeit geprüft 
werden muß, sondern auch, daß die Konzentration der Kolloidmembran und 
die allmähliche Imbibition derselben mit Substanz aus der zu filtrierenden 
Lösung von Einfluß ist. Bei Verwendung von nicht vollständig getrockneten 
Membranen wird das Filtrat auch durch Quellungswasser aus der Membran 
verdünnt. 
Die Ultrafiltration von Bechhold. 
Die Ultrafiltration von Bechhold dient dazu, kolloidal gelöste Stoffe von 
ihrem Lösungsmittel zu trennen und Mischungen von Kolloiden verschiedener 
Teilchengrößen voneinander gewissermaßen zu sieben. Als Filtermaterial 
benutzt man Gallerten (Kollodium, Eisessigkollodium, gehärtete Gelatine), bei 
denen durch Abänderung der Konzentration jede gewünschte Filterdichte und 
damit recht feine.Abstufungen zu erreichen sind. Je nach der Filterdichte 
bedarf es eines Überdruckes von 0,2 bis 5 oder 6 Atmosphären. Fehler¬ 
quellen, die durch eine Voruntersuchung sich leicht ausschließen lassen, 
sind die Adsorption der zu filtrierenden Substanz selbst vom Filtermaterial 
und die Adsorption oder Entfernung durch Filtration eines Bestandteiles der 
Lösung, welcher für den Hydrosolzustand wesentlich ist. 
Um der Gallerte einen Halt zu geben, empfiehlt es sich in den meisten 
Fällen, Gewebe, Filterpapier oder dgl. zu imprägnieren. Am praktischsten 
erweist sich starkes rauhes Filterpapier. 
Die Filter werden im Vakuum mit Gallerte imprägniert. Man benutzt dazu den 
folgenden Apparat (Fig. 4 a). Auf dem rechteckigen Glastrog T ist der Deckel D 
luftdicht aufgeschliffen. An der Querstange S sind eine Anzahl runder Filterscheiben F 
(ca. 12) aufgehängt. Der Deckel D hat zwei Tuben. Durch Tubus I gehen zwei Röhren ; 
die eine führt nach der Luftpumpe L, die andere zum Vakuummeter V. Ist die Luft 
aus dem Trog entfernt, so läßt man durch den mit Hahn versehenen Trichter Tr, dessen
        

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