Bauhaus-Universität Weimar

Mollusken. 
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B. Cephalophoren (Gastropoden, Schnecken). 
O pistobr anellier*). 
Wegen der Häufigkeit, Größe und Lebenszähigkeit haben sich bisher 
aus dieser Ordnung die Aplysien am besten zu Versuchen geeignet (Unter¬ 
ordnung der Tectibranchien). Von den drei in Neapel vorkommenden Arten 
ist A. punctata die kleinste, aber im Winter und Frühjahr am häufigsten. 
A. depilans und limacina sind am häufigsten im Sommer. Die morpholo¬ 
gischen Unterschiede sind nicht groß, die physiologischen, soweit bis jetzt 
bekannt, unwesentlich. (Nur in bezug auf den Tonus der Muskulatur gibt 
Botazzi an, daß er bei depilans größer gefunden wird als bei limacina, was 
ich im allgemeinen bestätigen kann). 
Die äußere Körperform ist je nach dem Kontraktionszustand sehr ver¬ 
schieden. Bei vollkommener Erschlaffung, welche im Bassin häufig zur Be¬ 
obachtung kommt und durch leises Schlankem des Tieres im Wasser (ohne 
das Tier zu drücken) oder durch Injektion von Pelletierin künstlich hervor¬ 
gerufen werden kann, ist der Körper langgestreckt und läßt einen Kopf, 
Hals, Rumpf und Schwanz erkennen. Der Kopf trägt vorn ein Paar große, 
weiter hinten ein Paar kleine Tentakeln. An den Seiten des Rumpfes, mehr 
dorsal als ventral, bemerkt man die großen Parapodien, welche wie Flügel 
bewegt das Schwimmen ermöglichen. Zwischen ihnen liegt dorsal der Mantel 
mit nach hinten gerichtetem Atemsipho, im Mantel der Schalenrest und 
unter ihm die Kieme. (Der Mantelraum ist rechts offen). Die Ventralseite 
des Tieres ist stets nur schwach pigmentiert oder ganz hell und dient als 
Kriechsohle. 
Innere Anatomie*): Um eine Übersicht zu bekommen, ist es zweck¬ 
mäßig ein Exemplar vom Rücken her, indem man die Kieme rechts umgeht, 
ein anderes von der Bauchseite (Medianschnitt) zu öffnen, nachdem man sie 
vorher mit Pelletierin injiziert hat (siehe unten). Im Kopf liegt die mus¬ 
kulöse, rötliche Bucca, an die sich die verschiedenen Teile des Magens und 
der Darm anschließen (siehe auch Botazzil2), letzterer zum größten Teil mit 
der „Leber“ fest verwachsen. Hinter der Bucca wird der Darmtraktus vom 
Nervenring umschlossen. Er besteht aus orangefarbenen Ganglien und grau¬ 
weißen Kommissuren; dorsal das Cerebralganglion, ventral (paarig) die kaum 
trennbaren Pleural- und Pedalganglien. Von letzteren ziehen zwei Kom¬ 
missuren nach hinten zu den Viszeralganglien. Außerdem treten von ihnen 
eine Menge längerer und kürzerer Nerven zur Muskulatur des Fußes und 
der Flügel (es sind dies aber keine reinen Nerven; sie enthalten besonders 
nach der Peripherie zu viele Ganglienzellen). Vom Gehirn werden die Ten¬ 
takeln, die Bucca, die vor den hinteren Tentakeln gelegenen kleinen Augen 
und die auf den Pedalganglien liegenden sehr kleinen Statozysten mit Nerven 
versorgt. Kiemen, Kiemendeckel, Herz und Darm erhalten Nerven von den 
Visceralganglien, welche, wie die Nerven der Bucca, z. T. neben einzelnen 
*) Anmerkung: Vergleichende Anatomie der Opistobranchier bei Guiart41). 
*'*) An der Hand von Abbildungen unci fur physiol. Zwecke genauer dargestellt 
bei Straub82). Die Figur 1 vom uneröffneten Tier gibt wegen der starken Kontraktur 
eine falsche Vorstellung.
        

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