Bauhaus-Universität Weimar

36 August Pütter, Methoden zur Erforschung des Lebens der Protisten. 
kanäle zeigen, und zwar macht es den Eindruck, als läge hierin eine Reiz¬ 
wirkung, nicht einfach ein Ausdruck der Variabilität vor. 
Der Vorgang der Bildung und Entleerung der Systolette erfolgt bei 
frischen Tieren so rasch, daß es schwer ist, Details zu sehen. Es gelingt 
aber bei Benutzung von Tieren, die schon einige Zeit unter dem Deckglas 
gelegen haben, eventuell leicht gedrückt sind, die verlangsamten Vorgänge 
genauer zu verfolgen. Der ganze Zyklus läßt sich in 6 Phasen darstellen, 
wie dies in Fig. 22 geschehen ist. 
Figur 22, 1 stellt 
die Systolette unmittel¬ 
bar vor der Entleerung 
dar. Die Vakuole hat 
ihre typische Größe 
erlangt und ist von 
einer Wand begrenzt, 
die heller erscheint als 
das umliegende Plas¬ 
ma. Diese Wand wird 
fast berührt von den 
Zuführungskanälen, 
deren proximale En¬ 
den stark kolben¬ 
förmig angeschwollen 
sind, und deren Lumen 
weithin deutlich zu er¬ 
kennen ist. In diesem 
Zustande der Diastole 
verharrt das System 
eine oder einige Se¬ 
kunden, dann wird 
plötzlich die helle 
Wandzone der Va¬ 
kuole breiter und glän¬ 
zender, ein sicheres 
Zeichen, daß im näch¬ 
sten Augenblick die 
ruckartige Entleerung 
erfolgt. 
,7 Figur 22, 2 zeigt den Zustand im Moment nach der Entleerung der 
Vakuole: der Raum zwischen den angeschwollenen Enden der Kanäle ist 
kleiner geworden, die Kanalenden, die als Bildungsvakuolen fungieren, sind 
in der Richtung der Pfeile (Fig. 22, 2) vorgerückt und ihr Volumen hat gegen 
Mg. 22, 1 noch zugenommen, es hat sein Maximum erreicht. Im nächsten 
Moment beginnt die Vereinigung der Bildungsvakuolen, wie sie durch 
Fig. 22, 3 und 4 dargestellt wird. Die proximalen Enden der Bildungs¬ 
vakuolen fließen zusammen, die distalen Teile entleeren sich in proximaler 
Richtung und werden dementsprechend kürzer und dünner. Es entstehen 
einige größere Bildungsvakuolen, z. B. zwei wie Fig. 22, 3 es zeigt. Dann 
B. 
Hg. 21. AmpMstegina lessonii. A. Ungerekt mit feinen fadenförmigen 
Pseudopodien; B. in Chloroformnarkose, die Pseudopodien haben sieh 
kontrahiert und zeigen knötchenförmige Anschwellungen. 
(Nach Yerworn, Allgemeine Physiologie.)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.