Bauhaus-Universität Weimar

96 S. Garten, Die photographische Registrierung. 
indirekt verändert wird. In diesem Falle wird es von Nutzen sein, Strah¬ 
lungen zur Beleuchtung zu verwenden, die auf den Erregungsvorgang in 
dem betreffenden Objekt, bzw. in den mit ihm verbundenen Teilen ohne 
Einfluß sind. Es kam das z. B. bei der Pupillarreaktion in Betracht, wo 
die leuchtenden, ins Auge fallenden Strahlen eine starke Pupillenverengerung 
auslösen, während den so gut wie gar nicht wahrnehmbaren ultravioletten 
Strahlen, -wenigstens bei mäßiger Intensität, jene Wirkung nicht zukommt. 
Yerf. hat seinerzeit42) durch Beleuchtung des Auges mit ultraviolettem 
Lichte, das von einer Bogenlampe unter Verwendung von Quarzprisma und 
Quarzlinsen gewonnen wurde, die Pupillarreaktion nach Verdunklung, d. h. 
nach Ausschaltung der leuchtenden Strahlen, photographisch registriert. Nur 
mußte man an Stelle eines photographischen Objektives auch zur Projektion 
der Iris auf die Spaltebene des Kymographions eine Quarzlinse verwenden. 
Bei den jetzigen, an U. V. sehr reichen Quecksilberbogenlampen dürfte 
sich die vielleicht auch für andere Zwecke brauchbare Registrierung durch 
ultraviolette Strahlungen wohl leicht vervollkommnen lassen. 
Kann man an Stelle einer indirekten Beleuchtung dem bewegten Objekt 
selbst die Fähigkeit des Leuchtens erteilen, so sind die Abbildungsverhält¬ 
nisse besonders günstig*). So wurden45) z. B. die Bewegungen des oberen 
Augenlids von mir dadurch registriert, daß ich das Lid mit einem dünnen 
Kautschukisolierstoff überzog, der zwei einander sehr nahe Stanniolspitzen 
trug. Zwischen diesen sprang der durch ein Induktorium periodisch erzeugte 
Induktionsfunke über und man erhielt leicht beim Lidschlag im Dunkeln oder 
schwach erhellten Raum das Bild der Funkenreihe auf der lichtempfindlichen 
Schreibfläche. Die Methode erinnert an das oben beschriebene Verfahren von 
Fischer und Braune, bei dem sich auf stehender Platte durch die Fort¬ 
bewegung des mit Geisslerschen Röhren versehenen Individuums die ein¬ 
zelnen charakteristischen Punkte des Körpers in Kurvenform abbildeten. 
2. Die Projektionseinrichtung. 
Sowohl bei der Abbildung durch Spiegel, als auch bei der mikrosko¬ 
pischen Projektion muß ein möglichst scharfes Bild in der direkt vor dem 
Film befindlichen Spaltebene erzeugt werden. Man wird also, wie es z. B. 
auch Frank getan hat, bei der Spiegelregistrierung zur Abbildung der 
Lichtquelle gute photographische Objektive benutzen, die wenigstens die 
chemisch wirksameren Strahlen wieder in einem Punkte vereinigen. Auch ist 
die Größe des Registrierspiegels durchaus nicht gleichgültig. Werden doch 
durch Spiegel kleinen Durchmessers in der Bildebene ebenso Diffraktions- 
kreise erzeugt, wie bei Abbildungen durch das Mikroskop. So liefert z. B. nach 
Einthoven89), S. 1062, ein Spiegel von 3 mm Durchmesser bei einem 
Skalenabstand von 2,5 m von jedem Punkte der Skala einen Diffraktions¬ 
kreis von ungefähr 1mm Durchmesser. Oder, ist der Spiegelradius r=l 
und der Skalenabstand gleich 1000, so erhält man nach Einthoven den- 
*) Anmerkung. Daß bei Beleuchtung des abzubildenden Objektes mit auffallen¬ 
dem Licht, wo ja die Strahlen nach allen Richtungen reflektiert werden, viel weniger 
Strahlen der Lichtquelle zur Bilderzeugung beitragen, als bei durchfallender Beleuch¬ 
tung, braucht hier wohl nicht weiter erörtert zu werden. Vergleiche auch die geringe 
Helligkeit einer episkopischen Projektion im Vergleich zu einer diaskopischen.
        

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