Bauhaus-Universität Weimar

44 J- Pawlow, Allgemeine Technik der physiologischen Versuche u. Vivisektionen. 
Die Ludwigsche Kanüle für Hunde (Fig. 17) bestellt aus zwei Röhr¬ 
chen, welche unter einem rechten Winkel zu einander zusammengelötet sind. 
Dasjenige Ende, welches in die Trachea hineingebunden wird, ist abgeschrägt 
und mit zwei walzenförmigen Verdickungen versehen; eine gleiche walzen¬ 
förmige Verdickung befindet sich auch auf dem anderen Ende der Kanüle, 
welches mit die Luft zuführenden Röhren verbunden wird. An diesem selben 
Teil befindet sich eine Vorrichtung zum Regulieren der eintretenden Lüft¬ 
menge: im Röhrchen ist eine Spalte gemacht und 
das Röhrchen selbst wird von einer Hülse um¬ 
geben, die eine gleiche Spalte trägt; die Hülse 
kann auf dem Röhrchen nach Belieben hin und 
her geschoben werden. 
Die Kanüle von François-Frank63) für 
Hunde (Fig. 18) bietet die große Bequemlich¬ 
keit, daß sie ohne mit Ligaturen festgebunden 
zu sein, in der Trachea sehr fest hält. Dieses 
wird dadurch erreicht, daß die Kanüle eigentlich 
ein T-förmiges Röhrchen darstellt, dessen hori¬ 
zontaler Ast von der einen Seite festgelötet ist 
und in die Trachea mit der Öffnung nach den 
Lungen hin hineingestellt wird; der vertikale 
Teil (er besteht zuweilen selbst aus zwei recht¬ 
winklig zu einander zusammengelöteten Röhrchen, zuweilen aus einer stark 
gebogenen Röhre) wird mit dem Röhrchen, durch welches die Luft zuströmt, 
verbunden. Um die Luftzufuhr zu den Lungen zu regulieren, wird die oben 
beschriebene Vorrichtung angewandt. 
Eine bequeme Modifikation der einfachen Kanüle stellt die kleine Ka¬ 
nüle aus Neusilber für Kaninchen von Ludwig (Fig. 19) dar. Die Eigen¬ 
heit dieser Kanüle ist die, daß derjenige Teil 
des Astes, welcher mit der die Luft zustellenden 
Röhre in Verbindung steht, sich um seine Achse 
drehen läßt und folglich die Möglichkeit gegeben 
ist, auf beiden Seiten des Halses in aller Be¬ 
quemlichkeit zu arbeiten. 
Schließlich kann man mittels der Kanüle 
von Gad64) durch das Umdrehen des Hahns 
die Lungen nach Belieben bald mit dem die Luft zustellenden Röhrchen, 
bald mit der Mund- und Nasenhöhle vereinigen. 
Außer diesen einfachen gibt es noch kompliziertere Kanülen, welche 
den Zweck haben, die Inspirationsluft von der Exspirationsluft zu trennen. 
So eingerichtet sind die Kanülen von Wintrich65), Czermak66), Fran¬ 
çois-Frank63), Guthrie57), das von Cyon beschriebene Ventil (Cyon), 
die Kanüle für kleine Tiere von Ranvier68) u. dergl. Das Konstruktions¬ 
prinzip $er dieser Kanülen ist immer dasselbe und besteht darin, daß mittels 
irgendeiner Vorrichtung, gewöhnlich eines Ventils, welches durch den Strom 
der eingepumpten oder ausgeatmeten Luft in Gang gebracht wird, während 
der Inspiration die Öffnung, welche das ganze System mit der Atmosphäre 
verbindet, sich schließt und die Luft in die Lungen strömen muß, wogegen 
Fig. 18. 
Fig. 17.
        

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