Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Magnus Blix: Über gleichfarbige Induktion. Skand. Arch. f. Physiol. V., S. 13–19, 1893
Person:
Ebbinghaus, Hermann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15580/2/
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Litteralurbericht. 
zerstreuen, so mufs die Empfindung auf der ausgeruhten Netzhautpartie 
mehr und mehr derjenigen der ermüdeten Partie ähnlich werden. 
Ebbinghaus. 
R. Hilbekt. Die individuellen Verschiedenheiten des Farbensinnes 
zwischen den Augen eines Beobachters. Pflügers Arch. Bd. 57 
S. 61—64 (1894). 
Kurze Mitteilung der Thatsache, dafs für den Verfasser unzerlegtes 
Sonnen- (und Lampen-)licht auf beiden Augen einen etwas verschiedenen 
Parhenton hat, auf dem rechten Auge einen lichtblauen, auf dem linken 
einen rötlichen. Arthur König. 
A. Charpentier. Démonstration directe de la différence de temps perdu 
suivant les couleurs. Arch, de physiol. 1893. S. 568—570. 
Der Verfasser beschreibt einen Versuch, durch den der Unter¬ 
schied der Zeiträume zur Anschauung gebracht wird, welche die 
verschiedenen Farben zur Perception erfordern. Aus einer undurch¬ 
sichtigen Scheibe, die in der Sekunde eine Umdrehung macht, ist 
ein 2 bis 3 Grad breiter Sektor ausgeschnitten und teils mit rotem, teils 
mit grünem Glase belegt. Wird die Scheibe von hinten beleuchtet und 
in langsame Rotation versetzt, so würden beide Teile des Sektors keine 
Verschiebung gegeneinander zeigen, wenn Rot und Grün dieselbe Zeit 
gebrauchten, um empfunden zu werden. Das ist nun nicht der Fall. 
Die beiden Sektorahschnitte sind ungefähr um ihre eigene Breite gegen¬ 
einander verschoben, der rote Sektor geht stets voraus. Hieraus ergiebt 
sich ein Unterschied der Perzeptionszeit von Viooo bis 6/iooo Sekunden. 
Ähnliche Werte erhält man für andere Farhenpaare. Sie stimmen un¬ 
gefähr mit den Werten, welche aus den früher vom Verfasser gefundenen 
Gröfsen der Perzeptionszeiten selbst abzuleiten sind. 
Arthur König. 
Bezold. Vorläufige Mitteilungen über die Untersuchung der Schüler 
des Münchener Kgl. Taubstummeninstitutes. Münch, medic. Wochen¬ 
schrift, 1893. No. 48. 
Verfasser fand unter den Zöglingen der Münchener Taubstummen¬ 
anstalt 48 total taube Gehörorgane ; nur 15 Individuen waren doppel- 
seitig total taub. Bei den übrigen 108 partiell tauben Gehörorganen 
bestand die Taubheit entweder an einem Ende oder an beiden Enden 
der Tonskala, oder aber an verschiedenen Stellen und in verschiedener 
Ausdehnung innerhalb der Tonskala („Tonlücken“). Für die kleinsten 
Hörstrecken bis zu der Ausdehnung von 2‘/s Oktaven wählt Bezold den 
Namen „Insel“. Als Tonquellen kamen für den unteren Teil der Skala 
belastete Stimmgabeln, für den oberen Teil 3 gedeckte Vogelpfeifen und 
das Galtonpfeifchen zur Verwendung. 
1. Inseln waren in 28 Gehörorganen vorhanden ; sie erschienen nur 
in der zweigestrichenen Oktave seltener und fanden sich sonst in allen 
Oktaven, von der grofsen bis zur fünfgestrichenen Oktave.
        

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