Bauhaus-Universität Weimar

Allgemeine Nerven- und Muskelphysiologie. Versuchsanordnungen. 
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in entsprechende federnde Haken der Winkelstücke 0 und ü eingreifen kann. 
Dadurch kann der Schlitten festgehalten werden. Die Stecher 6, 6‘ können diese 
federnden Haken niederdrücken und so den Schlitten befreien. 
Die Bewegung des Schlittens geschieht in der Richtung des Pfeiles von oben 
nach unten und wird hervorgebracht durch die Zusammenziehung des früher 
gedehnten Kautschukschlauchs K S, der mittelst einer über zwei Rollen gehenden 
Darmsaite mit dem Schlitten verbunden ist. Das Ende S des Schlauches wird 
mittelst einer im Schlitze des Grundbrettes beweglichen Schraube festgestellt. Ge¬ 
spannt wird der Schlauch dadurch, dass' man den Schlitten zum oberen Anschlag 
0 führt und dort einhakt. 
Drückt dann der Stecher & den federnden Haken herunter, so läuft der 
Schlitten die Bahn des Heusilberdrahtes mit grösserer oder kleinerer Geschwindig- 
digkeit herunter, je nach dem Spannungsgrade des Kautschukschlauchs. Der 
Schlitten wird dabei unten von dem Haken des Anschlages U aufgefangen und 
festgehalten, b und 5'. sind zwei Kupferbolzen, deren Nutzen aus der Versuchs- 
anordnung verständlich wird. 
Eig. 3 der Taf. XLII zeigt die Versuchsanordnung bei Gebrauch dieses 
Schwankungsrheochords. SR ist dieses Rheochord, B R und KR zwei gewöhn¬ 
liche Rheochorde von du Bois-Reymond; das erste wird als Hilfsrheochord, 
das zweite als Kettenrheochord bezeichnet. 
Die Verbindungsweise der Rheochorde mit dem Nervenmuskelpräparat und der 
Kette ist aus der Zeichnung klar. Die abgebildete Anordnung zeigt diese Ver¬ 
bindungen, wenn es gilt, den Effect einer positiven Schwankung, d. h. einer Ver¬ 
stärkung des reizenden Stromes zu beobachten. Steht der Schieber E des Hilfs- 
rheochords auf Null und berührt der Schlitten den Anschlag 0, dann verschwindet 
die Stromdichte im Nerven, da die Hebenschliessung aus diesem Anschlag, dem 
Quecksilberrohr, dem Kupferbolzen und der Reihe der durch Schieber und Stöpsel 
verbundenen Klötze von a bis ß, nur sehr geringen Widerstand bietet. Lässt man 
jetzt den Schlitten des Schiebers auf dem Rheochord O U los, so wächst plötzlich 
der Strom im Nerv an und zwar um eine Höhe, die von dem Widerstande des 
Drahtes N S bedingt ist. 
Bei dieser Anordnung unterscheidet sich der Vorgang des Stromanwachsens nur 
wenig von dem beim einfachen Schliessen einer Kette entstehenden. Man kann 
aber dieses Anwachsen anstatt von Null von jeder beliebigen im Nerven bereits 
vorhandenen Stromdichte beginnen. Es genügt dazu vor dem Beginne des Ver¬ 
suchs im Hilfsrheochorden einen beliebig grossen Widerstand einzuschalten. 
Will man eine negative Schwankung erzeugen, so braucht man nur die Stellung 
der Rheochorde H II und K R umzutauschen; d. h. K R mit dem Bolzen bei O 
zu verbinden und H R mit dem Bolzen des unteren Anschlags bei U. Auch hier 
Ipnn man auf eine ganz ähnliche Weise, wie vorher, die Schwankung von der 
Stärke, welche dem Nebenschliessdrahte N S entspricht, auf Null, oder von irgend 
seiner durch den Hilfsrheochord erzeugten grösseren Stromdichte auf eine geringere 
herunterbringen. 
Diese Vorrichtung könnte auch benutzt werden, um den Einfluss zu zeigen, wel¬ 
chen die absoluten Höhen der Stromdichten, zwischen denen eine gegebene Schwan- 
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