Bauhaus-Universität Weimar

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Fünftes Capitel. 
anzugebende Weise diese Wirkung). Der Strom von einem oder zwei Grove’s 
wird durch die beiden Hauptrollen in entgegengesetzter Richtung durch die 
Klemmen, welche zur Ableitung des Bxtracurrents dienen, geführt. Da die Win¬ 
dungen nicht in allen Hauptrollen dieselbe Richtung haben, so muss man zuerst 
die eine Rolle einführen und die bleibende Ablenkung des Spiegels ablesen, sodann 
auch die zweite in einer beliebigen Richtung einschalten und nun sehen, ob die 
Ablenkung verstärkt oder vermindert wird. Wird sie vermindert, so durchfliesst 
der Strom die Spiralen in entgegengesetzter Richtung. Die Enden der Nebenrollen 
werden dabei mit dem Galvanometer verbunden und zwar in der Weise, dass der Pol 
der einen Rolle mit dem einen Ende des Galvanometers verbunden wird, während 
die andere Klemme derselben* Rolle mit dem gleichnamigen Pol der anderen Rolle 
durch einen Draht verknüpft ist. Der zweite Pol der zweiten Rolle wird zu dem 
anderen Ende des Galvanometers geleitet. Sowohl in dem primären, als in dem 
secundären Kreise sind Quecksilberschlüssel und Stromwender eingeschaltet. *) 
Da die beiden Inductionsapparate nicht ganz gleiche Zahl von Windungen 
haben, so werden ihre Ströme in der Wirkung auf die Bussole bei gleichem Ab¬ 
stande der Nebenrollen von den Hauptrollen sich nicht ganz compensiren; man 
wird also einen Ausschlag der Nadel zu Gunsten des stärkeren Apparates be¬ 
kommen. Man beginnt nun die Ablesungen der Nadelablenkungen bei vollem 
Aufeinanderschieben der Nebenrollen auf die Hauptrollen. Nehmen wir an, man 
bekomme dabei eine Ablenkung der Nadel gleich n Theilstrichen der Millimeter¬ 
scala. Jetzt entfernt man die Nebenrolle des stärkeren Apparates soweit von ihrer 
Hauptrolle, bis die Nadel auf ihren Nullpunkt zurückkehrt. 
Die dazu erforderliche Entfernung der Nebenrolle sei gleich K Centimetern. 
Durch gröbere Verschiebungen der beiden Nebenrollen wird nun bestimmt, wie 
viel mal solche Unterschiede in den Abständen der beiden Nebenrollen von ihren 
Hauptrollen ( — K Centimetern) auf dem Schlitten der Apparate erhalten werden 
können, von der Stellung an gerechnet, von welcher die erste schwächste Ablen¬ 
kung überhaupt erhalten wird; sei dies m Mal. Dann wird m.n die Zahl der Thei- 
lungen geben, welche dem Stande der Nebenrolle entspricht, wenn sie ganz über 
die Hauptrolle geschoben ist. 
Mit Hilfe der beiden Werthe n und m wählt man die geeignetste Grösse der 
Ablenkung, welche man als Einheit bei der Graduirung annehmen will. 
Aus Gründen, von denen gleich unten die Rede sein wird, ist es nämlich vor; 
theilhaft, die Stärke des Stromes beim vollen Uebereinanderschieben der beiden 
Rollen bei den grössten Inductionsapparaten (von 11000 Windungen) gleich 1000 
Einheiten zu nehmen. Da die Zahl der Ablenkungen für Tausend Einheiten 
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gleich m . n ist, so ist für eine Einheit die Ablenkungsgrösse gleich ' .1 2) Selbst- 
1) Da die Ströme in den beiden Nebenrollen dabei entgegengesetzt gerichtet sind, so sind 
die Pole gleichnamig, welche von den nicht symmetrischen Endklemmen der Bolle abge¬ 
leitet werden. In der Nebenrolle haben die Windungen auch nicht immer dieselbe Bichtung; 
man erkennt dies auf dieselbe Weise wie bei der primären Bolle. 
2) Ist z. B. n mm 60 Ctm., m = 10, so hat man für jede Einheit eine Ablenkung von 
6/lt) Ctm.; man graduirt dann den Inductionsapparat nach 10 solchen Einheiten, d. h. man 
verschiebt jedesmal die eine Nebenrolle, bis man einen Ausschlag von 6 Ctm. bekommt, und com- 
pensirt dann diesen Ausschlag durch Verschieben der anderen Nebenrolle.
        

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