Bauhaus-Universität Weimar

Allgemeine Versuchsregeln. 
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ist oft zu wechseln, sowohl um den Unrath zu entfernen, als um die Thiere zu 
erfrischen. Zu demselben Zweck .muss auch ein Strom frischen Wassers durch 
die hölzernen Kasten geleitet werden. In beiden Fällen ist es vortheilhaft, wenig 
Frösche in einem möglichst grossen Raume zu halten. 
Wie gesagt, wird hier der einen, dort der anderen Methode der Vorzug ge¬ 
geben. Soweit meine Erfahrungen reichen, sind beide mit Erfolg anwendbar, aber 
zu verschiedenen Zeiten. Handelt es sich darum, Frösche überwintern zu lassen, 
so wird man mit der trockenen Methode bessere Resultate erzielen, indem die 
Frösche dabei viel leistungsfähiger bleiben, besonders wenn in dem Raume, in 
dem sie aufbewahrt werden, die Temperatur sehr niedrig ist. Dann verfallen 
sie in wirklichen Winterschlaf und sind noch Ende Februar zu allen physiologi¬ 
schen Versuchen gut brauchbar. Die Mortalität ist bei ihnen, falls wirklicher 
Winterschlaf eingetreten, eine relativ geringe. Ehe man aber solche Frösche zum 
Versuche verwendet, müssen sie aus dem Keller für einige Tage in einen wär¬ 
meren Raum gebracht werden. Rathsam ist es dabei, sie nicht plötzlich aus dem 
Keller in das Arbeitszimmer hinein zu holen, sondern allmählich an immer wär¬ 
mere Temperaturen zu gewöhnen, Dieses geschieht am besten, wenn man alle 
vier, fünf Stunden das vorher eiskalte Wasser, in welches man sie zuerst hinein¬ 
bringt, durch immer wärmeres ersetzt, bis man am zweiten Tage auf -f- 12° bis 
~r 13° kommt. Wird diese Vorsicht nicht beobachtet, so verfallen, wie schon 
Pflüger bemerkt, die plötzlich in die Zimmertemperatur gebrachten Frösche oft 
in heftige tetanische Krämpfe, unter welchen sie auch zu Grunde gehen. Die 
nasse Aufbewahrung liefert für die Ueberwinterung viel weniger gute Resultate ; 
nicht nur gehen viele Exemplare dabei zu Grunde, sondern ein grosser Theil der 
überlebenden wird auch hydropisch uud ist für Versuche sehr wenig resistenz¬ 
fähig. Am besten ist es noch, das Wasser so kalt zu halten, dass die Frösche in 
eine Art Winterschlaf verfallen. Dagegen ist diese Methode sehr zu empfehlen 
für die Aufbewahrung der Frösche während kürzerer Zeiträume. Eine höchst 
zweckmässige Modification dieser Methode habe ich in den physiologischen Labo¬ 
ratorien zu Amsterdam und Rotterdam kennen gelernt. Diese besteht darin, dass 
man die Frösche in grossen Aquarien aufbewahrt, in welchen ein continuirlieher 
Wasserstrom von massiger Stärke unterhalten wird. Durch hineingelegte Steine 
ist den Fröschen die Möglichkeit gewährt, nach Belieben im Wasser oder ausser¬ 
halb desselben zu sitzen. Solche Aquarien sind mit geringem Aufwande in allen 
Laboratorien, die eine Wasserleitung besitzen, herzustellen. Sie erhalten die Frösche 
monatelang in vollständig unverändertem Zustande und sind besonders für den 
Sommer ganz vorzüglich. Eine fast ideal vollkommene Art, die Frösche zu er¬ 
halten, besitzt das physiologische Laboratorium von Cl. Bernard im Jardin des 
Plantes; wie denn überhaupt auch die übrigen Thiere hier eine sogar luxuriös 
sorgfältige Pflege gemessen. Im Jardin des Plantes leben die Frösche in einem 
grossen Bassin, in welchem durch eine Fontaine eine fortwährende Bewegung des 
Wassers unterhalten wird. Das Bassin befindet sich im Garten und ist mit Gras, 
Moos etc. reichlich versehen. 
Was den Unterhalt der Säugethiere betrifft, so gilt im Allgemeinen die 
Regel, möglichst günstige hygienische und diätetische Bedingungen herzustellen. 
Die Hunde müssen womöglich einzeln, jedenfalls nicht mehr als zwei oder drei
        

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