Bauhaus-Universität Weimar

Allgemeine Nerven- und Mn&kelphysiologie. Apparate. 
341 
einer Daniell’sehen Kette. Der andere Poldraht hing mit dem einen Ende des 
Mölüplicators mit kurzem Draht zusammen. Das andere Ende des Multiplicators 
war mit einem Draht versehen, der in eine feine Stahlspitze (eine alte Staarnadel) 
auslief. Die Stahlspitze versenkte ich in die Bewickelung des zu prüfenden 
Drahtes. Sodann wurde dieselbe Prüfung vorgenommen, in dem das freie Ende 
des einen Drahtes mit der Kette in Verbindung stand, und die Stahlspitze in die 
Bewickelung des anderen Drahtes versenkt wurde. Dies hatte zum Zwecke, sich 
zu überzeugen, dass wirklich beide Drähte von einander isolirt seien. Es musste 
nämlich alsdann die Multiplicatornadel unbeweglich bleiben. War auf diese Weise 
die Lage untadelhaft befunden, so wurde sie mit einer unfiltrirten Lösung von 
ostindischem Copalharz in wasserfreiem Aether gefirnisst und die folgende Lage 
begonnen.“ ; 
„Eand ich den Draht irgendwo zerrissen, so wurde er in etwa 10 Mm. Länge 
zusammengedreht, in einer Strecke von wenigen Millimetern mit Zinn verlöthet 
und wieder mit Seide bewickelt. Das Zusammendrehen über die Löthung hinaus 
ist nothwendig, weil das Kupfer durch Legirung mit dem Zinn leicht ausserordent¬ 
lich brüchig wird. Beim Löthen hat man darauf zu achten, dass nicht Zacken und 
Spitzen am Loth sich bilden. Diese drücken sich leicht diu'ch die Seide der be¬ 
nachbarten Windungen bis zur metallischen Berührung hindurch, sodass entweder 
Windungen derselben Leitung ausser Thätigkeit oder beide Leitungen mit einander 
in Verbindung kommen. Das Wickeln einer jeden Lage erforderte im Durchschnitt 
über eine halbe Stunde.“ (Untersuchungen etc. Bd. IL S. 480.) 
Es wird ' nicht überflüssig sein, die Dimensionen der verschiedenen Theile des 
in letzterer Zeit von du Bois-Beymond benutzten Multiplicators hier anzugeben. 
Die Platte d hatte 172 Mm. Durchmesser, die Messingbüchse k 138 Mm. Durch¬ 
messer und 15 Mm. Höhe. Die Länge des Holzrahmens im Lichten betrug 43, 
seine Breite im Lichten 41 Mm., die Dicke der Querleisten 3 Mm., die Länge der 
Seitenwände 117, ihre Höhe 81 Mm. 
Die Länge des Drahtes betrug nahe an 5106 M., sein Durchmesser war 
0,15 Mm. Da das Drehungsmoment, welches die Windungen auf die Magnetnadeln 
ansüben, um so grösser ist, je näher- sie den Nadeln sind, so machte er den- inne¬ 
ren- Baum der Wendungen so klein, als es nur mit der freien Beweglichkeit der 
unteren Nadeln verträglich war. - 
Die Höhe und Länge des Spielraums war daher sehr klein gewählt werden 
.(3 und 43 Mm.). 
Die Zahl der Windungen betrug 24160. Die-neuesten von Sauerwaid gefer¬ 
tigten Multiplicatoren besitzen 30000 und mehr Windungen. 
Nachdem der Draht auf den Bahmen gewickelt ist, wird - auf seine oberen 
Bänder die Theilung (s. u.) angebracht und möglichst genau -centrirt. Darauf 
schraubt man ihn auf die Messingbüchse auf, und zwar in der Weise, dass die 
Ebene der Windungen, zu der der Bügel» « « senkrecht zu stehen kommt. 
Die besondere Aufhängungsweise der Nadeln gestattet es, die Bahmen mit der 
Drehaxe der Büchse nicht ganz genau centrirt zu lassen. 
"Wegen ihrer doppelten Verbindungswege in den zu physiologischen Zwecken 
bestimmten Multiplicatoren haben die aufgewundenen Drähte vier.Enden. Diese 
Enden werden durch kleine Löcher in der Seitenwand des Bahmens und von da zu
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.