Bauhaus-Universität Weimar

Allgemeine Nerven- und Muskelphysiologie. Apparate. ” 339 
stand der Batterie E0 + dem der Zuleitung- ausdrückt, so ist die gesuchte elektro¬ 
motorische Kraft 
p_ A + B -)- D_ 
A -4* B -|“ D ■ j- C -j- i'o 0 
Die Verwendung feuchter Rheostaten bei elektrophysiologischen Versuchen 
(wie sie z. B. Harless gemacht hat) zur Messung von Stromesstärken und Wider¬ 
ständen ist sehr mühsam und zeitraubend und giebt wegen der unvermeidlichen 
Polarisation u. s. w. zu vielen Kehlern Veranlassung. 
lieber die Handhabung und die Vorsichtsmaassregeln bei Anwendungen des 
beschriebenen du Bo is’sehen Rheochords wird im zweiten Theile dieses Capitels 
gehandelt. 
Dort findet auch die Beschreibung des Schwankungsrheochords von Du Bois- 
Reymond Platz, der nur bei speciellen Versuchsanordnungen seine Verwendung 
findet. 
§ IV. Einrichtung und Handhabung des Muitiplicators. 
Die immer mehr zunehmende Verbreitung der Spiegelbussolen bei elektro¬ 
physiologischen Untersuchungen hat den Multiplieator etwas in den Hinter¬ 
grund gestellt; die grossartigen Dienste aber, die dies Instrument der Elektro- 
physiologie geleistet, die ungemeine Vollkommenheit, welche seine Einrichtung 
unter den schöpferischen Händen von du Bois-Reymond erlangt hat, weisen 
dem Multiplieator auf immer einen der ersten Ehrenplätze in der physiologischen 
Methodik an. 
Dies allein würde schon eine ausführliche Beschreibung des Muitiplicators 
rechtfertigen. Eine solche wird aber darum noch besonders erforderlich, weil 
dieses Galvanometer noch immer in den physiologischen Laboratorien die meiste 
Verbreitung hat und es vor der Spiegelbussole in einigen Eällen, besonders 
wo es nicht auf Messungen ankommt, noch manchen Vortheil bietet. 
Die vollkommenste Gestalt hat der Multiplieator nach jahrelangen Ver¬ 
änderungen in dem auf Taf. XL1V Eig. 5 abgebildeten Instrumente von du 
Bois-Reymond erhalten. 
Das Gestell dieses Muitiplicators besteht aus einer durch drei Speichen und 
einen dickeren B.ing am Umfange verstärkten Rothgussplatte, die auf drei Stell¬ 
schrauben ruht. Unter jede Stellschraube wird beim Aufstellen des Instruments 
eine auf ein Spiegelglas angekittete Messingplatte gelegt; zwei von den Messing¬ 
platten sind mit Schlitzen, eine mit einer konischen Vertiefung im Centrum ver¬ 
sehen. Die Glasstücke werden an der Console durch Umgiessen mit Kolophonkitt 
befestigt. Im Centrum der Platte d dreht sich die Axe einer unten offenen Mes¬ 
singbüchse k, deren Rand dabei an der Oberfläche von d schleift. Die Büchse k 
besitzt einen Scîiraubengang ohne Ende, in welchen die, an der Platte d ange¬ 
brachte Mikrometerschraube y passt. Mittelst dieser Schraube kann man die 
Büchse k auf der Platte sehr fein bewegen. Eine Kreistheilung auf der Platte d 
und ein verschiebbarer Honius auf der Büchse k gestatten den Drehungswinkel 
genau abzulesen. 
Die Büchse k ist zur Aufnahme des Rahmens e aus Buchsbaumholz bestimmt, 
auf welchen die Drähte aufgewickelt werden. 
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