Bauhaus-Universität Weimar

Athmung. 
251 
Eudiometer eingebracht hat. Nachdem durch einiges Schütteln die CO;, zur Ab¬ 
sorption gebracht worden ist, führt man in das Eudiometer einige Centimeter einer 
concentrirten Lösung Ton Pyrogallussäure ein, die in Anwesenheit des Kali den 
Sauerstoff beim Schütteln des Eudiometers absorbirt. Nachdem das Grasvolumen auf¬ 
gehört hat, sich zu vermindern (was auf eine vollständige Absorption des Sauerstoffs 
hinweist), wird das Eudiometer unter Quecksilberverschluss aus der Wanne her¬ 
ausgeholt und in ein Wasserbad gebracht. Lässt man den Linger, welcher das Eu¬ 
diometer verschlossen hält, los, so fällt das Quecksilber sowie die anderen Flüssig¬ 
keiten aus ihm heraus und das Volum des Stickstoffs wird dann über dem 
Wasserbade abgelesen. 
Die auf diese Weise bestimmten Gasvolumina können selbstverständlich auf 
absolute Genauigkeit keinen Anspruch machen; für schnell auszufiihrende Bestim¬ 
mungen aber, wo es auf solche Genauigkeit nicht ankommt, ist das Verfahren 
wegen seiner Einfachheit imd leichten Ausführbarkeit ohne Hilfe besonderer Appa¬ 
rate zu empfehlen. 
Die Correctionen der Temperatur, des Druckes und der Feuchtigkeit werden 
auch hier in derselben Weise wie bei den übrigen analytischen Methoden gemacht. 
Diese B ernard’sche Methode kann um Vieles genauer gemacht werden, wenn 
man nicht dieselben Eudiometer, welche man zur Absorption der Kohlensäure be¬ 
nutzt hat, wieder zur Einführung der Pyrogallussäure gebraucht, sondern vorerst 
die Gase in ein anderes trockenes Eudiometer überführt. — Am besten ist es 
daher auch, man benutzt für die Kohlensäureabsorption nicht eine Aetzkalilösung, 
sondern die schon erwähnten Kugeln; man führt dann die Gase in ein zweites 
Eudiometer über und bringt jetzt zur Absorption des Sauerstoffs Coakskugeln ein, 
welche mit pyrogallussaurem Kali durchtränkt sind. Man schliesst auf vollstän¬ 
dige Absorption des 0 nur dann, wenn nach Einführung einer neuen Kugel keine 
Volumveränderung mehr eintritt. Diesen Schluss aus der Zeit des Verweilens zu 
ziehen ist sehr verfehlt, da die Absorption oft stundenlang fortdauern kann (Bun¬ 
sen). Es to rund St. Pierre, welche den Sauerstoff durch solche Kugeln oder 
durch Phosphor absorbiren Hessen, haben die hier erwähnten Vorsichtsmaassregeln 
nicht angewendet; daher die Unzuverlässigkeit ihrer Resultate. 
Zur genauen Analyse beliebiger bei der Respiration ausgeathmeter Kohlen¬ 
säuremengen wird jetzt meistens die P ettenk ofer’sehe Titrirmethode verwen¬ 
det, welche genauer als die bisherigen angewendeten Wägungen der Absorbenten 
ist. In dem vorigen Paragraphen wurde schon mehrmals erwähnt, dass Petten- 
kofer und Voit zur Absorption der Kohlensäure ihre Röhren (hh der Zeichnung) 
mit Barytwasser füllen. Das zur Füllung dieser Röhren hh benutzte Barytwasser 
ist von einer Concentration, bei welcher 30 CC. etwa 90 Milligramm 002 zur 
Sättigung brauchen; die kleinen Absorptionsröhren h! h‘, in welche die Luftproben 
erst nach dem Durchtritte von hh gelangen, werden mit einem Barytwasser ge¬ 
füllt, welches auf 30 CC. nur 30 Milligramme Kohlensäure erfordert. Um Baryt¬ 
wasser von diesen verschiedenen Stärken zu erhalten, werden im ersten Falle auf 
.8 Liter destillirtes Wasser 21 Gramm krystallisirtes Barythydrat, im zweiten auf 
dieselbe Menge Wasser nur 7 Gramm verwendet. Zur Titrirung des Barytwassers 
benutzt Pettenkofer verdünnte Oxalsäure, welche in einem Liter Wasser 2,8636
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.