Bauhaus-Universität Weimar

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Drittes Capitel. 
fliessenden Wasserstromes noth wendig. Während des Spiels des Apparates bewegt 
sich die in der Röhre eb abfliessende von Luftblasen unterbrochene Wassersäule 
(diese Säule besteht eigentlich aus regelmässig aufeinanderfolgenden Luft- und 
Wassercylindern) nach unten in stossweissen Bewegungen, wobei auf jeden 
Stoss nach unten ein schwächerer nach oben folgt, immer entsprechend den 
Pulsationen des Kautschukdeckels. Diese Pulsationen setzen sich auch auf den 
Kautschukschlauch selbst fort, an dem man dann ganz dem Arterienpulse ähnliche 
Bewegungen beobachtet. 
Die Wirkungsweise des Apparates lässt schwierig eine erschöpfende Erklä¬ 
rung zu. Wir wollen hier den Erklärungsversuch anführen, den M. Kirpitschoff 
und Gr. Schmidt bei der Beschreibung des Apparates gegeben haben. 
Wenn der Strom, der aus dem Kautschukschlauch I: in die Röhre eb fliesst, 
plötzlich durch das Anliegen des Deckels z an die Mündung dieser Röhre unter¬ 
brochen wird, so hört die Bewegung der Elüssigkeitssäule in eb nicht momentan 
auf, sondern dauert wegen der erlangten Geschwindigkeit noch einen Augenblick. 
In Folge dessen entsteht zwischen dem Deckel z und dem oberen Spiegel dieser 
Säule ein leerer Raum. Dadurch wird zwar der Deckel z noch fester hineinge¬ 
drückt, gleichzeitig wird aber durch das Bestreben des Kautschukdeckels, der die 
Röhre g f q umschliesst, diesen Raum auszufüllen, aus der Oeffnung y (Fig. 5) Luft in 
diesen Raum dringen. Gleichzeitig wird aber auch die abgerissene Wassersäule in 
ihrer Bewegung angehalten und von dem atmosphärischen Druck zurückgedrängt; 
der durch dieses Zurückdrängen ward aber der Deckel « etwas in die Höhe geho¬ 
ben; aus der Wasserleitung naehkommende Wasserstrom öffnet ihn ganz und dringt 
von Heuern in die Röhre e b. 
Diese ziemlich plausible Erklärung der Wirkungsweise der Pulsirpumpe muss 
noch voraussetzen, dass dieser Wasserstrom bei der gegebenen Biegung des 
Kautschukschlauchs in z allein nicht im Stande sei, diesen Deckel abzuheben und 
frei zu halten — nur der Rückstoss der abgerissenen Wassersäule befähigt ihn 
dazu. Sonst bliebe das rhythmische Zuschliessen dieses Wasserventils unverständlich. 
Die vielfachen Verwendungen, welche diese Pumpe dadurch, dass sie eine be¬ 
liebige Luftverdünnung in einem abgeschlossenen Raume zu erzeugen und zu unter¬ 
halten gestattet, finden kann, brauchen wohl nicht weiter auseinandergesetzt zu 
werden. —-, 
§ V. Methoden zur Analyse der Blutgase.1) 
Von den verschiedenen Vorrichtungen, welche zur Analyse der Gase noth- 
wendig, sind folgende die wichtigsten: das Eudiometer und das Absorptionsrohr. 
Auf Taf. XXXII Fig. 6, 7 und 8 sind einige solcher Apparate von verschie¬ 
dener Form und Grösse dargestellt. Das mit der Retorte versehene Absorptions¬ 
rohr (Fig. 7) dient zur Einführung von Absorbenten. Die Länge der zur Verwen- 
1) Wir werden hier nur kurz die wichtigsten Manipulationen sowie diejenigen che¬ 
mischen Bestimmungsweisen beschreiben, welche speciell bei Analysen der Blutgasfe in Betracht 
kommen. Die beschriebenen Manipulationen gehören sämmtlich Bunsen, dessen elastischem 
Buche ,,Die gasometrischen Methoden“ ich auch bei dieser Beschreibung folge. Es ist aber 
durch die hier gelieferte kurze Beschreibung das Benutzen dieses classischen Werkes nicht* ent¬ 
behrlich gemacht.
        

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