Bauhaus-Universität Weimar

Athmung. 
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durch kürzere Barytwasserröhren h‘h‘ durch; hier findet schon gar keine Kohlen¬ 
säureabsorption mehr statt (nicht einmal ein Milligramm auf 140 Liter Luft). 
Die Ausführung der Respirations-Versuche mit dem Pettenkofer’sehen 
Apparate, sowie die Berechnung der Resultate ist, was die Kohlensäure anbe¬ 
trifft, ziemlich einfach. 
Nachdem die Säugpumpen etwa während 1/2 Stunde die Luft in der Kammer 
ventilirten, die Barytwasserröhren in erforderlicher Weise gefüllt und alle übrigen 
Vorbereitungen getroffen sind, wird das zu beobachtende Individuum in die Kam¬ 
mer eingeführt, der Kahn p mit dem Röhrensystem in Verbindung gesetzt, und 
der Versuch hat begonnen. Der Stand der Gasuhren wird beim Beginn abgelesen, 
und während der Beobachtung werden nur von Zeit zu Zeit die Bimsteingefässe 
mit Wasser übergossen und alle 2 Stunden von Zeit zu Zeit der Thermometer¬ 
stand an der grossen und den beiden kleinen Gasuhren abgelesen. Will man den 
Versuch unterbrechen, so genügt es, eine halbe Minute zuvor den Dampf von der 
Maschine abzuschliessen. Die Saugapparate gehen diese Zeit noch fort. Sobald 
der Luftstrom aufhört, wird der Stand der Gasuhren wieder abgelesen und das 
Individuum aus der Kammer entfernt. 
Das Barytwasser wird dann in Kolben übergeführt, um später titrirt zu wer¬ 
den. Bei der Berechnung der Versuchsresultate müssen natürlich die Luftmengen 
in den grossen und kleinen Gasuhren auf gleiche Temperatur und (Feuchtigkeit 
gebracht werden. Die alle zwei Stunden gemachten Thermometerablesungen sowie 
die Peuehtigkeitsbestimmungen mittelst des Psychrometers geben dazu die Mittel 
an die Kand. 
Man berechnet sodann, wie viel Gramme Kohlensäure in 1000 Litern der 
ein- und ausgetretenen Luft durch die Titrirung gefunden wurden und zieht den 
C02-Gehalt der ersteren Luft von dem der letzteren ab; man weiss dann, wie viel 
1000 Liter Luft durch die Athmung und Verdunstung an 0O2 zugenommen haben. 
Da man die Menge der durch den Raum durchgegangenen Luft kennt, so erhält 
man auf diese Weise die Menge der während der Beobachtungszeit gebildeten 
C02. Hierzu muss noch die in der Kammer zurückgebliebene Kohlensäure hinzu¬ 
gefügt werden,- welche sich bei der Voraussetzung, dass die in der Kammer ent¬ 
haltene Luft denselben Procentgehalt C02 hat, wie die durch die grosse Gasuhr 
gegangene, leicht bei bekanntem Inhalt berechnen lässt. 
Die Berechnung des während der Beobachtungszeit verzehrten Sauerstoffs kann 
hier nur mittelst der indirekten Methode bewirkt werden, wozu eine genaue Wä¬ 
gung des Beobachtungsthieres vor und nach dem Versuche, sowie der von ihm 
zu sich genommenen (Nahrungsmittel und abgeschiedenen Se- und Excretionspro- 
ducte nothwendig ist. Dieser Respirationsapparat ist durch Bestimmungen letz¬ 
terer Art bekanntlich auch von grosser Wichtigkeit für das- Studium des ganzen 
Stoffwechsels geworden. ') 
1) ln letzterer Zeit hat Yoit nach dem Muster des Pettenkofer’gclien einen Respi¬ 
rationsapparat construirt, der sich ganz vorzüglich für Respirationsversuche an kleineren Thieren 
eignet. Die Dampfmaschine ist ganz weggelassen und durch ein kleines Wasserrad ersetzt, 
zu dessen Bewegung schon ein ganz kleiner Druck hinreichend ist. Dieses Rad setzt einen 
Motor in Bewegung, welcher zur Ventilation der Kammer und der Leitungen und gleichzeitig 
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