Bauhaus-Universität Weimar

Haemodynamik. 
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Die X. auriculares anterior und. posterior, welche Gegenstand der Reizung 
und Durchschneidung werden, sind am besten an der Ohrwurzel aufzufinden. 
Die Lagerung des Kaninchens, welche sowohl für die Preparation dieser Xer- 
ven als für die Beobachtung der Ohrgefässe am geeignetsten ist, wird durch die 
Pig. 1 Taf. VII angezeigt. Ein ein paar Centimeter langer schiefer HautschnitU der 
von oben und hinten nach vorn und unten an der Ohrwurzel entlang geführt 
wird (etwa in der Höhe des Unterkieferwinkels), genügt, um nach Durchreissung 
des Bindegewebes den It. auricularis anterior (L o v è n), oder R. auricularis magnus 
Krause1), blosszulegen; der hintere Hand des Kopfnickers dient als Führung; 
man unterbindet und durchschneidet ihn gleich an der Stelle, wo er hinter die¬ 
sem Muskel zum Vorschein kommt. Die erwähnte Figur zeigt seinen weiteren 
Verlauf an. Den R. auricularis posterior (Lovèn) findet man neben der Ohrwur¬ 
zel an dem vordem stumpfen Rand des Ohres. 
Die schönste und constanteste Erweiterung der Ohrgefässe erhält man bei Rei¬ 
zung des centralen Endes des X. auricularis magnus; nur wenn seine Reizung 
(was höchst selten passirt) keinen klar genug ausgedrückten Erfolg - ergiebt, geht 
man zu dem X. occipitalis minor (R. auricularis posterior Lovèn) über. 
Dagegen erhält man die von Schiff beschriebene Verengerung dieser Gefässe 
am leichtesten durch Reizung des peripheren Stumpfes dieses letzteren Kerven. 
Um den N. dorsalis pedis (Fig. 3. Taf. XIV.) (Fortsetzung des X. peroneus) 
zu finden, genügt es, einen kleinen Hautschnitt an der äussern vordem Seite des 
Fussgelenkes zu machen; der Xerv verläuft hier, auf den Sehnen der Peronei- 
muskeln gelegen, schief von aussen nach innen; er sieht etwas graulich aus und 
ist plattgedrückt. Die bei seiner Reizung zu beobachtende Erweiterung betrifft 
bekanntlich die Art. saphena. Dieser Ast (ein Zweig der Art. cruralis, welcher 
abgeht, ehe diese Arterie die Adductoren durchbohrt) liegt an der innern Seite 
des Oberschenkels und lässt sich leicht durch die Haut durchfühlen. Er ist von 
zwei Venen beiderseits umgeben und von seinem vasomotorischen (Nerven, dem X. 
saphenus, begleitet. Der zu seiner Entblössung erforderliche Hautschnitt wird etwa in 
dem untern Drittheil des Oberschenkels begonnen und über die Kniebeuge hinweg 
etwa 1—2 Centimeter weiter geführt. Man darf diese Arterie erst entblö’ssen, 
nachdem der X. dorsalis pedis schon auf den Faden genommen ist; bei dieser 
Entblössung darf dieses Gefäss wegen der grossen Empfindlichkeit seiner Wände 
nicht mit den Instrumenten berührt werden ; von Zeit zu Zeit bedeckt man ihn 
mit der Haut, um ihn vor Vertrocknen zu schützen. Dass der ihn begleitende 
X. saphenus geschont werden muss, versteht sich von selbst. Bei einer schachen 
Flexion im Kniegelenke lässt sich sowohl die Erweiterung als auch das Pulsiren 
dieser Arterie bei der Xervenreizung am besten beobachten. 
1) Die von Lovèn gewählten Bezeichnungen anterior und posterior könnten eher zwischen 
diesen beiden Nerven umgetauscht werden, da der vom zweiten Cervicalnerven entspringende 
Lovèn’sclie Auricularis posterior etwas mehr nach vorn liegt, als der vom 2. — 3. Cervical¬ 
nerven kommende anterior; daher mag es gekommen sein, dass Krause den Lovèn’schcn 
posterior für den anterior genommen hat und ihn als Occipitalis minor bezeichnet. Passender 
wären für diese beiden Nerven -die Krause’sehen Bezeichnungen zu behalten: Auricularis 
magnus für den Lovèn’schcn anterior und Occipitalis minor für seinen posterior.
        

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