Bauhaus-Universität Weimar

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Zweites Capitel 
schriebenen Zweigen, die dasselbe mit dem Halsganglion verbinden, giebt es noch einer¬ 
seits eine Anzahl von Kr. communicantes zu den drei letzten Hals- und zwei 
ersten Brustwurzeln und eine oder zwei Rr. accélérantes zum Herzen. Hach 
unten geht er in den Grenzstrang über und erhält noch gewöhnlich einen geson¬ 
derten Zweig von der 3. Brustwurzel. 
Was nun die Präparationsweise der Nerven dieser Gegend bei Hunden anbe¬ 
trifft, so pflege ich, um das Ggl. cervicale infimum und seine Zweige zu präpariren 
und Durchschneidungen .und Reizungen an ihnen vorzunehmen, ganz genau in der¬ 
selben Weise wie beim Kaninchen zu verfahren. Exstirpationen des Ggl. stel- 
I at a in für Versuche an Herznerven können ebenfalls ohne Eröffnung der Brust¬ 
höhle auf die oben angegebene Weise gemacht werden. Nur in den Füllen, wo 
man einen vom Ggl. stellatum zum Herzen abgehenden Zweig reizen will, kann 
man gezwungen werden, die erste Rippe zu entfernen. Es wäre überflüssig, hier 
dieses Operationsverfahren nochmals zu beschreiben, es sollen daher nur einige 
Eigenthümlichkeiten berücksichtigt werden, welche durch die besonderen Ver¬ 
hältnisse beim Hunde geboten erscheinen. 'Der Hautschnitt sowohl wie die ganze 
Wunde kann beim Hunde verhältnissmässig kleiner gemacht werden, indem der 
Schnitt viel tiefer an der Halsgegend beginnen kann. Das kommt daher, weil die 
Auffindung des letzten Halsganglions wegen seiner grösseren Dimensionen hier 
ganz leicht auch durch eine kleine Oeffnung geschehen kann. Durch einen 
am unteren Theile des Vago Sympathicus geführten Eaden hebt man dieses Gan¬ 
glion empor und schreitet nun zur Präparation seiner Zweige. Die vorherige Unter¬ 
bindung der Venenanastomose, welche beide Jugnlares externae verbindet, kann 
beim Hunde oft wegbleiben. Das Auffinden des Ganglion stellatum geschieht 
in der Weise, dass man mit dem Zeigefinger der rechten Hand der Art. verte- 
bralis entlang heruntergleitet, bis inan ganz nahe der Seitenfläche der Wirbel¬ 
körper das als unregelmässige Anschwellung sich anfühlende Ganglion erreicht. 
Will man die vom letzten Halsganglion abgehenden Zweige in ihrem ganzen Ver¬ 
laufe sichtbar machen, so thut man oft gut, zuerst das Ganglion stellatum 
vom Grenzstrange zu trennen und ihn dann mittelst eines Fadens oder Hakens 
etwas in die Höhe zu ziehen. Auch beim Hunde leistet das schon oben beschriebene 
Emporheben des Manubrium sterni die besten Dienste; nur selten wird man 
gezwungen, auf dieselbe Weise auch die erste Rippe in die Höhe zu heben. Die 
Stellung des Operateurs bei dieser Präparation ist die, dass er sein Gesicht dem 
Innern der Thoraxhöhle zuwendet; er stellt sich also mehr an die Kopfseite des 
Thieres. Ein von dem beschriebenen ganz verschiedenes Verfahren, hat beim Hunde 
0. Schmiedeberg in Ludwig’s Laboratorium angewendet. Wir lassen seine 
Beschreibung wörtlich hier folgen: „Nachdem man einen auf dem M. pecto- 
ralis beginnenden, bis über die Mitte des Halses hinaufreichenden Hautschnitt 
gemacht, wird die obere Partie des Pectoralis major am Manubrium sterni 
und in der Nähe des Schultergelenkes mit Ligaturen umschnürt und zwischen den 
letztem quer durchschnitten, so dass die vordere Fläche und der obere Rand der 
ersten Rippe freigelegt werden. Nachdem die grossen venösen Gefässe bis hin¬ 
unter zur Vena cava superior (am besten durch Zerreissen) von dem sie umgeben¬ 
den Bindegewebe befreit sind, werden zunächst die vier grössten Venen, Vv. ano- 
nyma, subclavia, jugularis externa et interna, in einiger Entfernung von
        

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