Bauhaus-Universität Weimar

Haemoctynainik. 
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besitzenden Trommel R von % Minute bis zu zwei Stunden variiren. Diese wei¬ 
ten Grenzen machen dieses Instrument zum vollkommensten und brauchbarsten von 
allen bisher in Anwendung gekommenen. (Die ausgezeichnete und sorgfältige Her¬ 
stellung dieses Apparates von Baltzer und Schmidt in Leipzig lässt nichts zu 
wünschen übrig). 
Yon den übrigen sehr zweckmässigen Einrichtungen dieser Vorrichtung wol¬ 
len wir noch folgende hervorheben. Die Verschiebung des Rades n auf der Scheibe 
D geschieht mittelst der Schraubenvorrichtung L- die kleine Rolle n‘ dient zur 
Führung der Rolle n ; der Grad der Verschiebung dieser Rolle lässt sich durch 
einen Zeiger an der Scala o ablesen. Die an den Scalen angebrachten Ziffern zei¬ 
gen direct das Verhältniss der Radien der Rolle und der Scheibe — dadurch 
lässt sich die Umdrehungszahl der letzteren direct bestimmen. 
Ganz besondere Beachtung verdienen die Einrichtungen, durch welche der 
Cylinder R mit seiner Welle P in die Achsenträger eingelegt wird und auf seiner 
Welle verschoben werden kann. Diese Verschiebung geschieht mittelst des Schlit¬ 
tens u, der mit einem Trägerarm. T versehen ist und die Rolle a führt; diese 
Rolle a trägt auf eine aus der Zeichnung leicht verständliche Weise die Trom¬ 
mel und bewegt sie auf seiner Welle nach oben oder nach unten, je nach der 
Drehungsrichtung der kleinen Kurbel U, welche durch die Schraubenvorrichtung 
v den Schlitten u auf dem Geleise der Säule H bewegt. 
Die Achsenzapfen der Welle P werden in die Pfannen h und Q in der Weise 
eingelegt, dass man zuerst den untern Zapfen in die untere Pfanne hineinbringt 
und sodann die Trommel auf den Trägerarm legt, die obere bewegliche Pfanne 
h durch den federnden Arm d etwas emporliebt und so den obern Zapfen in die¬ 
selbe hineinschnappen lässt. 
Die Trommel R lässt sich auf der Welle P umlegen, zu welchem Zwecke 
die beiden mit Speichen versehenen Basen, der Trommel ganz gleich construirt 
sind. Die Stange F dient zum Anbringen” eines Zeitmarhirers, der Arm x zum Auf¬ 
hängen der Ludwig’sehen Führung für die Feder des Manometers, die guss¬ 
eiserne Platte b b zum Befestigen der Platte F nebst der ganzen Vorrichtung zum 
Tragen der Trommel, wenn man derselben eine horizontale Stellung geben will. 
Die Befestigungsweise in dieser Lage ist auf Fig. 2 wiedergegeben und Bedarf 
wohl keiner besonderen Erläuterung. Diese Stellung der Trommel wird vorzugs¬ 
weise für myographische Versuche verwendet. 
Ein grosser Vorzug dieses Uhrwerkes vor dem Marey’schen besteht noch 
darin, dass bei jeder Benutzungsweise der Trommel das Uhrwerk immer verti¬ 
cal aufgestellt bleibt, die Flügel des Regulators also immer in einer horizontalen 
Ebene sich bewegen. 
Da die Geschwindigkeiten an diesem Uhrwerk verschieden gewählt werden 
können, so ist die Vorrichtung getroffen, dass man die Feder, welche die Flügel 
spannt, von verschiedener Stärke einschalten kann. 
Der Apparat würde an Brauchbarkeit noch viel gewinnen, wenn er gestatten 
. würde, die Drehungsrichtung beliebig zu wechseln; für myographische Versuche 
ist dies oft von grossem Nutzen. 
Für die letzterwähnten Versuche hat unlängst Breguet nach den Angaben 
Marey’s einen grossen Apparat mit Uhrwerk construirt, das durch Gewichte 
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