Bauhaus-Universität Weimar

Haemodynamik. 
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er jetzt die meiste Verbreitung gefunden. (Auch in Frankreich werden jetzt mehr¬ 
fach solche nach dem von mir mitgebrachten Modelle constrnirt). 
Die beiden Glasröhren (a a), welche das Manometer bilden, laufen unten ganz 
gerade aus nnd sind mit einander durch eine eiserne Büchse verbunden, welche 
gewöhnlich entsprechende Bohrungen unter einem spitzen Winkel besitzt. (In dem 
ersten nach meiner Angabe von Sauerwald construirten Manometer bestand nach 
dem Beispiele des Tr aube’sehen dieser Theil aus einer runden Büchse, deren 
Boden anzuschrauben war; dies hat für die Reinigung der Manometer einen gros¬ 
sen Vorzug.) Das gebogene Ende der zur Gefässverbindung bestimmten Glasröhre 
geht durch einen noch an dem Brette festgeschraubten konischen Zapfen aus Mes¬ 
sing (b). Dieser Zapfen passt genau in die entsprechend geformte Oeffnung des 
Hahns d und trägt auf seinem äusseren Bande eine Schraubenvorrichtung, mittelst 
deren er an den metallenen Hahn befestigt -wird. Der Hahn hat die aus der Zeich¬ 
nung verständliche Krümmung, damit seine T-förmige Bohrung zur leichteren Luft¬ 
austreibung bei der Füllung den obersten Punkt einnimmt. Die nach oben ge¬ 
richtete Oeffnung des Hahns wird mit einem eingeschliffenen Knöpfchen verschlos¬ 
sen. Sein für das Gefäss bestimmtes Ende wird durch einen, dem beschriebenen 
ähnlichen, Zapfen e mit Schraubenvorrichtung mit der Bleiröhre f verbunden. 
Das Gefässende der Bleiröhre ist aus Messing und trägt einige Einschnürun¬ 
gen zur Befestigung von Kautschukröhren. 
Bei dem ursprünglichen Manometer benutzte ich als Schwimmer feine Ther¬ 
mometerröhrchen mit an ihren Enden angeschmolzenen Kügelchen; diese Kügel¬ 
chen waren gross genug, um nicht in’s Quecksilber unterzutauchen, gleichzeitig 
aber dem Durchmesser der Röhre so angepasst, dass sie bei ihren Bewegungen 
deren Wände nicht berührten. 
Zum Zeichnen der Curven trugen sie feine, sehr leichte Federchen aus Hart¬ 
gummi mit capillarer Oeffnung auf der einen, und etwas breiterer auf der anderen 
Seite. 
Diese Schwimmer sammt Federn waren hinsichtlich der sauberen Aufzeich¬ 
nung der Zahl der Herzschläge, deren die auf Auffindung der beschleunigenden 
Herznerven gerichtete Untersuchung durchaus bedurfte, in hohem Grade zufrie¬ 
denstellend. Sie haben aber den Hachtlieil sowohl ziemlich schwerer Herstellbar- 
keit (besonders was die Gummifeder mit capillarer Oeffnung anbetrifft), als auch 
grosser Zerbrechlicheit. Man muss sich daher meistens mit den viel schwereren 
Schwimmern begnügen, wie sie Fig. 2 darstellt. 
Dieser von Ludwig benutzte Schwimmer besteht aus einem dünnen Eisen¬ 
stabe, der unten in einen dünnen, spitz auslaufenden Elfenbeinzapfen endet; auf 
diesen Zapfen ist eine dünne Hartgummischeibe aufgeschoben, die auf dem Queck¬ 
silberspiegel flottirt, während die Spitze des Zapfens in das Quecksilber taucht. 
Die feinen, zum Schreiben benutzten Glasfedern werden in besondere Ringe 
\g) hineingeschoben, welche auf dem oberen Ende dieser Schwimmer angebracht 
sind. 
Für die weitaus meisten Fälle hat die relative Schwere dieses Schwimmers 
keine besonderen Uachtheile. 
Wenn es sich aber darum handelt, bei kleineren Thieren (Kaninchen) mit 
frequenten und schwachen Herzschlägen die einzelnen Contractionen auch nur ihrer
        

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