Bauhaus-Universität Weimar

Über die Gültigkeit von Newtons Farbenmischungsgesetz. 299 
Intensität beide Flächen gleich weifs gemacht worden waren, 
hei Vergröfserung der Intensität die Mischung gelblicher, bei 
Verringerung bläulicher wurde, während eine Gleichung zwischen 
Weifs und einer Mischung aus Violett und seiner Komple¬ 
mentärfarbe bei Intensitätsänderungen nicht verändert wurde. 
Für den Trichromaten entsteht dann immer die Empfin¬ 
dung Weifs, wenn die drei Elementarempfindungen zu einander 
in demselben Verhältnis stehen wie die Summe aller R-Em- 
pfindungen zur Summe der G-Empfindungen und zur Summe 
der F-Empfindungen im ganzen Spektrum, wenn sie sich also 
verhalten wie die Flächen der drei Elementarempfindungskurven. 
Die Kurven werden aber so reduziert, dafs ihre Flächen gleich 
sind. Soll nun zu einem Rot der Endstrecke, in dem weder 
die G- noch die F-Empfindung zur Geltung kommt, die 
Komplementärfarbe gesucht werden, so kann sie nur an der 
Stelle des Spektrums liegen, an welcher G- und F-Empfindung 
gleich sind, die entsprechenden Kurven sich schneiden. In 
dem Fall, dafs für alle Intensitätsgrade die G- mit der IF2-Em¬ 
pfindungskurve, die F- mit der K-Kurve zusammenfällt, müfsten 
die Komplementärfarben zu Rot dieselbe Wellenlänge haben 
wie die neutrale Stelle der Farbenblinden zweiter Klasse. Diese 
Betrachtung ist aus denselben Gründen, die bei der Ver¬ 
gleichung des neutralen Punktes mit dem Durchschnitt der 
W2- und K-Kurve aus der Inkonstanz der Farbengleichungen 
hergeleitet sind, nur annähernd richtig; dazu kommt, dafs 
nach den Untersuchungen von König und Dieterich die G- 
mit der TF2-Kurve nicht zu identifizieren ist; man wird daher 
nur eine gewisse Übereinstimmung im Vorrücken der ver¬ 
glichenen Farben erwarten können. 
In der folgenden Tabelle sind zum Vergleich gestellt die 
vom Verfasser beobachteten Wellenlängen der Komplementär¬ 
farben zuü-Rot und die Wellenlängen der neutralen Farbe des 
Hrn. Ritter. 
Intensität 
1 
10 
30 
60 
240 
I der Komplementärfarbe zu Lia...... 
551,8 
527,7 
519,0 
515,7 
510,1 
I des neutralen Punktes des Hrn. Kitter 
549,2 
530,6 
522,1 
513,9 
510,8
        

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