Bauhaus-Universität Weimar

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L. William Stern. 
Bewegungen. Yon Helligkeitsveränderungen sind nur jene 
Erscheinungen in den Bereich der Forschung gezogen worden, 
die das Grenzgebiet zwischen dem Eindrücke des Flimmerns 
und dem der Gleichmäfsigkeit bilden, und auch diese oft mit 
anderer Fragestellung. 
Geht eine periodische Helligkeitsveränderung sehr schnell 
vor sich, so wird bei einer gewissen Geschwindigkeit die Ver¬ 
änderungswahrnehmung ihre obere Grenze erreichen; es wird 
nicht mehr der Wechsel wahrgenommen, sondern alle Teil¬ 
eindrücke kombinieren sich zu einem konstanten Gesamteindruck. 
Diese Grenze ist abhängig von der Schnelligkeit der Periode, 
von der Gröfse der Veränderung innerhalb jeder Periode, von 
der mittleren Helligkeit des Gesamteindruckes, von den Dauern 
der zu einer Periode gehörigen Einzelreize, endlich von der 
Netzhautgegend, auf welche das Bild fällt. 
Hierauf bezügliche Versuche unternahm zuerst Plateau1 
an schnell rotierenden Scheiben, die abwechselnd gleichgrofse 
helle und schwarze Sektoren dem Auge vorführten. Um den 
Flimmereindruck aufhören zu machen, durfte jede Periode 
nicht länger als ca. 0,4 Sekunden währen. Ungefähr die gleiche 
Zahl fand Emsmann,2 viel kleinere Helmholtz3 (rund VaoSekunde). 
Die physiologischen Vorgänge, die bei intermittierenden Licht¬ 
eindrücken auftreten, sucht Exner4 zu analysieren. Exner ist 
es auch, der dann später die speciellere Durchforschung der 
Flimmererscheinungen einleitet, indem er dieselben experimentell 
im indirekten Sehen studiert.5 8 Er bedient sich hierzu nicht 
mehr, wie es die früheren gethan, der rotierenden Scheiben, 
die ja nicht nur Helligkeits-, sondern auch Bewegungsphänomene 
darbieten, sondern eines Apparates, durch den unter Ausschlufs 
der Ortsbewegungen lediglich Intensitätsveränderungen erzeugt 
werden. Eine ähnliche Versuchsanordnung benutzen Bell arminow " 
1 Pogg. Ann. Bd. XX. S. 311 ff. 
2 Pogg. Ann. Bd. XOI. S. 611 ff. 
3 Helmholtz, Physiol. Optik. H. Aufl. S. 489. 
4 S. Exner, Bemerkungen über intermittierende Netzhautreizung. 
Pflügers Arch. Bd. III. S. 214 ff. (1870.) 
6 S. Exner, Über die Funktionsweise der Netzhautperipherie etc. 
Graefes Arch. Bd. XXXII. Abt. I. S. 233 ff. (1886.) 
8 Bellarminow, Über intermittierende Netzhautreizung. Graefes 
Arch. Bd. XXXV. Abt. I. S. 25 ff. (1889.)
        

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