Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Edmond B. Delabarre: L'influence de l'attention sur les mouvements respiratoires. Rev. philos. 1892, No. 6, S. 639-649
Person:
Pilzecker, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15507/1/
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Litteraturbericht. 
auf das Vorhandensein gewisser seelischer. Thatsachen überhaupt in 
anderen Menschen (das häufige Fehlschlagen des Schlusses auf dem Gefühls¬ 
gebiete führt zu Parteilichkeit und Intoleranz); 2. als Schlufs von gleichen 
physischen Thatsachen auf gleiche psychische Wirkungen (Symbole); 
3. als. Schlufs von gleichen physischen Aufserungen auf gleiche psychische 
Ursachen (Ausdrucksbewegungen, Handlungen); 4. als doppelsinniger 
Analogieschlufs : eine physische Thatsache kann zugleich Aufserung und 
Ursache derselben psychischen Thatsache sein (die Sprache als Ver¬ 
ständigungsmittel findet hier ausführliche Behandlung). 
' Das Plus-Element der analogistischen Ergänzung kannnun,statt durch 
eine Vorstellung, durch eine motorische Aktion gebildet werden, die 
sich eben an einen Vorstellungskomplex deswegen anschliefst, weil früher 
ein ähnlicher Komplex von dieser Thätigkeit begleitet war. Hier sind, 
wiederum die Sprachbewegungen weitaus die wichtigsten. In der Ent¬ 
wickelung und Ausbildung der Sprach form hat die analogistische 
Ergänzung eine hervorragende Bolle gespielt, wie schon die alten Gram¬ 
matiker zum Teil erkannten, und zwar zerfällt hier die Analogie in. 
stoffliche (fliegt statt fleucht in Anal, zu [ich] fliege) und formale (frug 
in Anal, zu trug). Der Einflufs der analogistischen Ergänzung auf den 
Sprachinhalt tritt in den Metaphern zu Tage. Deren Wesen finde 
ich im Gegensatz zu anderen Definitionen in der „Benennung eines 
Gegenstandes mit dem Namen eines anderen, ohne dafs diese Benennung 
die Wesensgleichheit der beiden involvierte“. Nach Erörterung der beiden 
Motive der Metaphernbildung wende ich mich dem Verhältnisse der Me¬ 
tapher zum Mythus zu. Beide sind oft aufeinander zurückgeführt worden, 
während ihr psychologischer Ursprung mir zu beweisen scheint, dafs sie 
zwei ganz verschiedenartige, selbständige Aufserungen des Volksgeistes' 
sind. Auch die Gebiete, denen die Metaphern entnommen wurden, zeigen 
von denen des Mythus höchst charakteristische Unterschiede. 
Edmond B. Delabarre. L’influence de l’attention sur les mouvements 
respiratoires. Mev. philos. 1892. No. 6. S. 639—649. 
Anfangs mit Hülfe des MAREYSchen, später eines von Verdin ver¬ 
besserten Pneumographen hat Verfasser die Atembewegungen des Thorax, 
und zwar zunächst immer in ihrem normalen Verlaufe, unmittelbar' 
darauf in ihrer Beeinflussung durch den Zustand der Aufmerksamkeit 
aufgeschrieben. Als Gehörsreize dienten Metronomschläge, als Tast¬ 
eindrücke wurden der Versuchsperson einfache geometrische Zeichnungen, 
Buchstaben, Ziffern auf die Hand gezeichnet, welche sie, ohne hinzusehen, 
zu erkennen sich bemühen mufste. Im allgemeinen zeigte sich der 
Einflufs der sinnlichen Aufmerksamkeit in einer Beschleunigung der 
Atmung bei geringerer Tiefe und gröfserer Unregelmäfsigkeit derselben 
Die Beobachtung der Atmung bei Beaktionsversuchen auf Gehörsreize 
ergab, dafs, während bei motorischer Beaktionsweise die Atmung zwischen 
vorbereitendem Signal und Beaktionsbewegung fast ganz aufgehoben 
schien, dies bei sensoriellem Beagieren nicht der Fall war, dieselbe hier
        

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